Pillars of Eternity 2: Deadfire - Obsidian bringt Sequel mit neuen Spielmechaniken

Review: Pillars of Eternity II: Deadfire

„Yo-ho-ho und ’ne Buddel voll Rum!“ Pillars of Eternity II: Deadfire von Obsidian Entertainment ist als Crowdfunding-Kampagne bei fig.co gestartet und Anfang Mai 2018 erschienen. Im Gegensatz zum ersten Pillars of Eternity spielt das Sequel mehrere Jahrhunderte nach dessen Ereignissen. Der Protagonist bereist während seiner Reise die Deadfire-Inseln von Eora mit seinem eigenen Schiff.

Als Wächter auf Eothas‘ Fußspuren

In Pillars of Eternity II: Deadfire dreht sich alles um die Götter der Welt von Eora. Im Vordergrund steht dabei der Gott Eothas, der vor Beginn der Story in einen sterblichen Körper gestiegen ist, um die Würdigen auf einen heiligen Kreuzzug zu führen. Die anderen Götter sind jedoch nicht so begeistert von seinem Krieg und beordern menschliche Agenten, um eine gigantische Bombe zu zünden, den Gotteshammer. Im Dyrwald herrschte im Anschluss eine Plage, wodurch seelenlose Kinder geboren wurden. Der Wächter von Caed Nua kommt in die Situation, in der der Spieler in die Krise im ersten Titel eingeführt wird und die Situation änderte sich. Eothas Ziel war es in diesem heiligen Kreuzzug die Kontrolle der Götter zu entziehen und den Zirkel der Reinkarnation zu kontrollieren.

Eothas ist in Deadfire, einer in der Welt Eora nördlich gelegenen Inselgruppe, nun zurückgekehrt. Der Spieler kehrt auch als Wächter zurück, um Eothas‘ Fußstapfen zu folgen. Die Geschichte des Wächters beginnt jedoch weniger glücklich. Der Spieler sieht sich nach seiner Charakterauswahl und -individualisierung auf einem Schiff wieder, dass auf einer Insel gestrandet ist. Von hier an beginnt die Suche nach dem Gott Eothas und die Reise durch Deadfire. In Pillars of Eternity II: Deadfire erzählt ein Erzähler die Geschichte in mündlicher und schriftlicher Weise. Jedoch gibt es keine Cutscenes oder CGI-Animationen. Es fühlt sich also beim Storytelling so an, als würde der Spieler ein Buch lesen und diesem gespannt folgen. Die Geschichte ist spannend, nachvollziehbar und gefühlt unendlich erweiterbar erzählt.

Übersichtliche Aufgaben und Verständnishilfen in der Welt von Eora

In Deadfire verfolgt der Spieler regelmäßig seinen Aufgaben. Neben den Hauptaufgaben gibt es aber auch zahlreiche Nebenaufgaben, Quests und Begleiter-Aufgaben, denen der Wächter als Zeitvertreib oder zum Erfahrungen sammeln folgen kann. Diese sind in Pillars of Eternity II: Deadfire klassisch in einem Questlog dargestellt und der Spieler kann jederzeit seinen aktuellen Stand der Aufgabe folgen. Der Übersicht halber kann der Spieler bereits erledigte Aufgaben ausblenden. Dies gilt nicht nur für die Hauptaufgaben, sondern für alle Arten von Aufgaben. Im Prinzip ist das System einfach gehalten, ist überschaubar und erzählt auch Schritt für Schritt, was bereits erledigt ist.

Wie auch schon in vergangenen Spielen von Obsidian Entertainment, wie etwa Tyranny, erhält der Spieler beim Mouse-Over eines Keywords weitere Informationen zur Lore aus Deadfire. Dies hilft den Spielern jederzeit unbekannte Worte, Namen oder Begriffe zuzuordnen und mehr über die Welt von Eora zu erfahren, auch wenn sie den ersten Teil beispielsweise nicht gespielt haben. Ein durchaus durchdachtes und sinnvolles System, um Neulingen den Einstieg zu erleichtern und auch nochmal zum Nachschlagen bekannter Begriffe. Der Wächter ist also niemals in den geschichtlichen Hintergründen gefangen, auch wenn er nicht von Anfang an alles versteht.

„Du hast ’n Freund in mir“

Verbündete und Begleiter spielen in Pillars of Eternity II: Deadfire ebenfalls eine wichtige Rolle. Nicht nur, dass sie die Gruppe oder die Schiffsmannschaft verstärken, sondern sie sind auch treue Freunde und Meinungsgeber im Spiel. Dies merkt der Wächter vor allem dann, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Ein Beispiel dafür ist ein eine Distanzierung zwischen dem Waldelfen Aloth und dem Wildorlaner Serafen. Die Orlaner sind an sich kein gut angesehenes Völkchen in Deadfire, worauf der Waldelf auch anspringt und ihn während des Spielverlaufs nicht in seiner Gruppe, geschweige denn, eine Kajüte mit ihm teilen möchte. Diese Auseinandersetzungen setzen aber auch den Wächter unter Druck und bringen schwerwiegende Entscheidungen mit sich, zu wem er halten möchte.

Alls dies hat aber auch Konsequenzen. Wenn der Wächter sich zu einer seiner Companions mehr hinzugezogen fühlt oder eine Entscheidung trifft, die einem Begleiter nicht gefällt, kann es dazu führen, dass einer die Gruppe und die Crew verlässt. Aber auch in die andere Richtung kann sich der Wächter so gute Freunde machen und die Moral in der eigenen Gruppe stärken. Das Schiff hat ebenfalls nochmals andere Crewmitglieder, dessen Positionen der Kapitän und Wächter zu besetzen hat. Diese Entscheidungen müssen ebenfalls gefällt werden, doch auch hier kann es dem jeweiligen Charakter nicht unbedingt gefallen, wie der Wächter sich entscheidet.

Die weite See mit Piraten und Rationen

In der Welt von Deadfire gibt es viel zu erkunden, zu entdecken und zu plündern. Schließlich bekommt der Wächter es nicht nur mit dem Willen der Götter, sondern auch mit Piraten zu tun. Da gehört die ein oder andere Schatzjagd dazu, wie es eben auch in dem Rollenspiel passiert. Sobald Spieler die Defiant, das Schiff des Wächters, wieder seetüchtig bekommen haben, geht es los auf die offene und weite See. Mit dem Schiff lässt sich das ganze Deadfire problemlos bereisen. Unterwegs kann es aber auch dazu kommen, dass es zu einer Seeschlacht zwischen dem Schiff des Wächters und Piraten kommt, die natürlich die Beute haben wollen. Dies geschieht weitestgehend zufällig, da die anderen Schiffe sichtbar auf der Karte hin und her segeln.

Um von A nach B zu kommen, reicht ein Mausklick. Doch während der Reise verbraucht die Crew entsprechende Rationen, wie Wasser und Essen. Ohne vorherige Beladung wird es für den Wächter schwierig eine geeignete Odyssee anzuführen. Daher ist es immer wichtig die richtigen Rationen vorher einzukaufen. Alles in allem ist dies ein sinnvolles System, um eine motivierte und standhafte Crew zu haben.

Fazit zu Pillars of Eternity II: Deadfire

Pillars of Eternity II: Deadfire hat eine starke narrative Komponente, die den Spieler in die Welt von Eora versinken lässt. Gerade das hat auch den höchsten Stellenwert bei der Erzählung der Götter, des Wächters und dem sonstigen Treiben im Deadfire. Dazu kommen spannend gestaltete Kämpfe und ein Dialogsystem, das dem Spieler alle Freiheiten lässt. Wer längere Zeit in Deadfire verbringt, der bekommt auch mit, wie tief die einzelnen Konsequenzen aus den Entscheidungen gehen und sieht auch, wie sich Charaktere um ihn herum entwickeln. Genau dieser Faktor macht den größten Spaß an dem Spiel aus.

Natürlich lädt das Spiel auch zum erkunden und entdecken ein. Das eigene Schiff zu managen ist zudem ein zusätzliches Feature, dass die Entdeckungsreise anspornt. Die Kämpfe sind abwechslungsreich gestaltet und bieten immer wieder eine Herausforderung. Diese wurden in dieser Review nicht behandelt, da sie bereits in der Preview zu Pillars of Eternity II: Deadfire behandelt wurden. Dennoch fließt dies mit in die Wertung unter diesem Beitrag ein.

Pillars of Eternity II: Deadfire wurde mit einem Steam Review-Code von Versus Evil auf dem PC getestet.

Artikelbild & Screenshots: Obsidian Entertainment/Versus Evil

Wertung zu Pillars of Eternity II: Deadfire

Geniales Storytelling mit Sprachausgabe - 100%
Überschaubare Aufgaben mit Einstiegs- und Verständnishilfen - 100%
Spürbare Konsequenzen von Entscheidungen - 100%
Eine Beziehung zu einem Begleiter aufzubauen bringt nachvollziehbare Vor- und Nachteile - 100%
Entdeckungsreise mit dem eigenen Schiff und motivierter Crew - 100%
Kämpfe sind abwechslungsreich, bieten Herausforderungen - 80%

97%

Heraus- ragend

Pillars of Eternity II: Deadfire hat eine starke narrative Komponente, die den Spieler in die Welt von Eora versinken lässt. Gerade das hat auch den höchsten Stellenwert bei der Erzählung der Götter, des Wächters und dem sonstigen Treiben im Deadfire. Dazu kommen spannend gestaltete Kämpfe und ein Dialogsystem, das dem Spieler alle Freiheiten lässt. Wer längere Zeit in Deadfire verbringt, der bekommt auch mit, wie tief die einzelnen Konsequenzen aus den Entscheidungen gehen und sieht auch, wie sich Charaktere um ihn herum entwickeln. Genau dieser Faktor macht den größten Spaß an dem Spiel aus.

Über Chris Heinen

Hey, ich bin Chris und studiere derzeit Technikjournalismus/PR in Sankt Augustin. Interessiert bin ich an journalistischen Themen schon seitdem ich redaktionelle Erfahrungen sammeln konnte in der Games-Branche. Mit Games-relevanten Themen schreibe ich gemeinsam mit Lukas auf int.ent news.

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