Review: Pillars of Eternity

Pillars of Eternity ist ein Kickstarterprojekt von Paradox Interactive und Obsidian Entertainment. Das Spiel ist am 26. März in Deutschland erschienen.

Story

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Der Held beginnt sein Abenteuer mit einer Karawane, welche eine Tagesreise vor dem Dorf Goldtal ihr Nachtlager aufschlägt. Goldtal gehört zu den Ländereien von Dyrwald. Das Lager wird überfallen und der Held entkommt nur knapp einem magischen Sturm, indem er sich in eine nahe gelegene Ruine flüchtet. Dort wird er Zeuge eines seltsamen Rituals.

Nach dem Ritual entdeckt er eine unbekannte Fähigkeit in sich. Er kann mit den Seelen Verstorbener reden und somit beispielsweise Morde aufklären oder Wissen über längst vergessene Zeitalter erlangen. Der Held will nun verstehen, was genau das Ritual bewirken hat.

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In dem Dorf Goldtal erfährt der Held erstmals von dem Problem der Hohlgeburten, welches die Bewohner von Dyrwald heimsucht. Wenn eine Person stirbt zerfällt die Seele dieser Person in viele kleine Stücke. Wird ein neuer Mensch geboren formt sich aus diesen tausend Seelenfragmenten eine neue individuelle Seele. Doch mit zunehmender Bevölkerung gibt es immer mehr Menschen mit nicht vollständigen Seelen oder überhaupt keiner Seele.

Ohne eine Seele ist der Mensch jedoch apathisch und zu keiner wahren Leistung möglich. Die Obrigkeit bekämpft dieses Problem durch die Auslöschung ganzer Bevölkerungsgruppen. Eine Hohlgeburt gilt gleich einer Totgeburt und wird genau so betrauert. Doch gibt es vielleicht eine andere Möglichkeit als die Dezimierung der humanoiden Rassen?

Charakterentwicklung

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Zu Beginn des Spiels erstellt sich der Spieler einen Charakter nach seiner Wahl. Er kann aus sechs verschiedenen Rassen, elf Klassen, sieben Lebenshintergründen einen Charakter erstellen. Jede Rasse hat weiterhin die Möglichkeit über das Geschlecht und verschiedene Kulturen weiter angepasst zu werden. Anders als beispielsweise bei Dragon Age sind die Möglichkeiten wirklich frei kombinierbar. Jede Rasse kann jede Klasse ausüben und jeden Lebenshintergrund wählen.

Nach der Auswahl des Charakters werden Punkte auf die Attribute Macht, Verfassung, Gewandheit, Wahrnehmung, Intelligenz und Entschlossenheit gesetzt. Die Punkteverteilung hängt von der Klasse und der bevorzugten Spielweise ab. Charaktere, die Flächenschaden oder Zauber mit Wirkungsdauer nutzen profitieren stark vom Attribut Intelligenz. Für einen Krieger dagegen ist dieses Attribut weniger wichtig.

Neben den Attributen kann der Spieler noch Punkte in die fünf Fähigkeiten Heimlichkeit, Athletik, Wissen, Mechanik und Überleben setzen. Fähigkeiten sind wichtig für die Interaktion mit der Welt oder NPCs. Heimlichkeit ermöglicht es beispielsweise dem Charakter gefahrlos zu schleichen, während man mit Mechanik Geheimnisse entdecken und Fallen entschärfen kann.

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Über den Spielverlauf kann der Spieler neue Begleiter finden oder in einer Taverne für ein wenig Gold weitere Mitglieder für seine Gruppe erstellen. NPCs die sich der Gruppe anschließen bringen ihre eigenen interessanten Geschichten und Aufgaben mit sich. Es lohnt sich also alle möglichen Begleiter zu finden und auszuprobieren.

Der Spieler erhält für das Erledigen von Aufgaben und das Töten von Monstern Erfahrung. Man erhält jedoch nicht immer für das Töten von Monstern EP sondern nur so lange bis man alles über die Kreatur weiß. Das Wissen über die verschiedenen Kreaturen wird im Bestiarium festgehalten.

Spielmechanik

Die Spielmechanik von Pillars of Eternity unterscheidet sich in einigen Punkten stark von Vorbildern wie Baldurs Gate. So haben Charaktere in Pillars of Eternity nicht nur Lebenspunkte, sondern auch Ausdauer. Jeder Charakter verfügt dabei über bedeutend mehr Lebenspunkte als Ausdauer. Wenn ein Charakter Schaden erhält sinkt seine Ausdauer und seine Lebenspunkte um den Schaden.

Sobald der Ausdauerwert jedoch auf Null fällt, verliert der entsprechende Charakter das Bewusstsein, auch wenn er noch Lebenspunkte hat. Nach dem Kampf kommt er dann wieder zu Bewusstsein und regeneriert Ausdauer. Die maximale Ausdauer kann jedoch nicht höher als die verbleibenden Lebenspunkte sein. Wenn die Lebenspunkte eines Charakters auf Null sinken wird er abhängig der Spieloptionen sterben oder stark verkrüppelt.

Der Spieler kann die Lebenspunkte seiner Charaktere bis auf wenige Ausnahmen nur durch Rasten heilen. Doch verfügt der Spieler über begrenzte Vorräte für die Rast. Während der Rast werden auch die Aufladungen von Zaubersprüchen neu aufgefüllt.

Eine Neuheit gegenüber Vorbildern wie Baldurs Gate sind Zaubersprüche und Talente pro Begegnung. Bei Baldurs Gate werden Zaubersprüche bei einer Begegnung verbraucht und erst durch die nächste Rast erneuert. Bei Pillars of Eternity gibt es Zauber und Talente, die nur durch Rasten erneuert werden und solche, die nach jedem Kampf erneuert werden.

Dafür unbegrenzt ist das Inventar des Spielers. Jeder Charakter verfügt über eigene Inventarplätze doch kann der Spieler Items direkt in seine Beutetruhe ablegen. Diese ist unbegrenzt groß und außerhalb von Kämpfen und Dialogen durchgehend verfügbar. Wer die Herausforderung liebt kann sich jedoch den Zugriff auf die Beutetruhe freiwillig beschränken.

Aufgaben und Entscheidungen

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Der Spieler erhält von den verschiedenen NPCs Aufgaben, die es zu lösen gilt. Manche Aufgaben sind gradlinig zu erledigen, doch ein Großteil der Aufgaben kann auf mehreren Wegen gelöst werden. So kann es dem Spieler passieren, dass er ein Haus eines örtlichen Drogenbosses betritt. Im Obergeschoss findet er eine Person, die sich als eben jener Drogenboss ausgibt, den man unten noch gesehen hat. Helfen wir nun dieser Person oder töten wir sie?

Doch auch das ist nur eine einfache Entscheidung es gibt auch einige Optionen, die erst durch eine hohe Reputation, einen bestimmten Begleiter in der aktiven Gruppe oder durch ein anderes Event überhaupt erst möglich werden. Diese Entscheidungen sind meist sehr interessant oder bergen besondere Vorteile gegenüber den einfachen Entscheidungen.

Welt

Die Welt von Pillars of Eternity besteht aus einzelnen Karten die man durchqueren und erforschen kann. Wenn man eine Karte in eine Richtung verlässt findet man mitunter neue Gebiete. Zwischen diesen Gebieten kann man ungehindert reisen, doch vergeht ingame Zeit. In den verschiedenen Gebieten findet man neue Aufgaben, Geheimnisse und viele Gegner. Wenn man nicht aufpasst kann man viel zu starken Gegnern begegnen oder in eine große Gruppe Gegner laufen.

Neben den wilden Gebieten gibt es aber auch Dörfer und Großstädte, in denen der Spieler handeln kann und einen Großteil seiner Aufträge erhält.

Burg

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Im späteren Spielverlauf übernimmt der Spieler eine verlassene Burg. Sobald der Spieler die Burg übernommen hat kann er diese Ausbauen. Es kann nur immer eine Baumaßnahme zeitgleich stattfinden. Durch die verschiedenen Bauten kann der Spieler Händer anlocken, seine Verteidigungsanlage verbessern oder Ruheboni erhalten.

Zusätzlich zu den Ausbauten findet der Spieler unter seiner Burg den Eingang zu den endlosen Pfades von Od Nua. Hier kann der Spieler sein Können gegen Massen an Monstern testen und große Schätze finden.

Zusammenfassung

Pillars of Eternity macht sehr viel Spaß, da es sehr viele unterschiedliche Spieleelemente enthält dabei aber nicht unübersichtlich wird. Man muss einige Zeit in das Spiel stecken, um die verschiedenen Klassen effektiv zu kombinieren, doch schon nach wenigen Stunden nimmt das Spiel an fahrt auf.

Durch die vielen Aufgaben und Entscheidungsmöglichkeiten kann der Spieler selbst am Anfang schon in die verschiedensten Richtungen erkunden, ohne das Langeweile aufkommt. Die Geschichte um die Hohlgeborenen und dem seltsamen Ritual ist sehr spannend und reißt einen mit sich.

Story - 90%
Charakterentwicklung - 90%
Spielmechanik - 100%
Aufgaben und Entscheidungen - 80%
Welt - 80%
Burgenbau - 80%

87%

Pillars of Eternity fesselt einen viele Stunden und bietet durch seine vielen Entscheidungen und tolle Story eine durch und durch spannende Welt.

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Über Lukas Kochniss

Ich bin schon seit vielen Jahren begnadeter PC Spieler und habe ungezählte Stunden zockend verbracht. Irgendwann ist aus dem reinen zocken die Interesse entstanden auch über Games zu schreiben und daraus entstand KochnissCode. Nach etwa einem Jahr KochnissCode habe ich dann mit Chris zusammen int.ent news gestartet, um unsere Interessen und Schreibkraft zu bündeln.

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