Still There: Depressionen, Sarkasmus und Kaffee im Weltall

Still There: Depressionen, Sarkasmus und Kaffee im Weltall

In Still There übernimmt der Spieler die Rolle des Weltraum-Leuchtturmwärters Karl. Dieser lebt nun schon seit vielen Jahren abgeschottet von jedweden Kontakt im Weltraum. Dabei versucht Karl vor einem schweren Trauma zu fliehen.

Still There ist bereits für den PC und Nintendo Switch erschienen.

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Riechst du den Kaffee?

In Still There bekommt der Spieler einen Einblick in die Gedankenwelt des von Depressionen geplagten Karls. Nachdem Karl seine Tochter Eshe bei einem schrecklichen Unfall verloren hat, ist er in einer Spirale aus Depressionen gefangen, aus die er sich nicht befreien kann. Oder will.

Um den Kontakt zu anderen Menschen, sogar seiner geliebten Frau Hani, abzubrechen arbeitet Karl alleine im Weltraum. Unterstützt wird er dabei nur von einer KI names Gorky. Jedoch ist mir bis zum jetzigen Zeitpunkt unklar, ob Gorky dem Spieler helfen will, oder nur in den Wahnsinn treiben will.

Der Spielablauf ist nach Tagen unterteilt. Dabei wacht Karl von seltsamen Träumen auf, die durch die angestauten Depressionen verursacht werden könnten, oder von etwas anderem.

Nachdem Karl schweißgebadet aufwacht, begrüßt ihn gleich Gorky mit seinem schwarz-sarkastischem Humor. Pro Tag muss der Spieler dann Rätsel lösen, um Geld zu verdienen und sich unter anderem Lebensmittel kaufen zu können.

Jedoch kann Karl an Board der Bento noch vieles mehr tun.

Die Bento

In Still There ist die Bento zu Hause und Gefängnis von Karl zugleich. Hier kann der Spieler Kaffee und Essen kochen, mit seinem Leguan sprechen, gegen Gorky Schach spielen und die Bento erkunden. Dabei gibt es einiges zu entdecken. Denn die Bento ist nur so gespickt mit liebevollen Details und kleinen Easter Eggs.

Auch darf der Humor nicht zu kurz kommen. Fast überall auf der Bento gibt es einen Witz zu entdecken. So muss Karl zum Beispiel um Kaffee zu kochen erstmal seinen Urin recyclen. Oder wenn er mit seinem Leguan spricht, spielt Gorky ihm einen Streich. Oder versucht ihn einfach nur wieder in den Wahnsinn zu treiben.

Jedoch ist Karl natürlich für die Instandhaltung von der Bento verantwortlich. So muss der Spieler beispielsweise einen Dildo entfernen, damit die Instrumente wieder funktionieren.

Für täglich absolvierte Aufgaben bekommt Karl etwas Geld, was er im Shop wieder ausgeben kann. Unter anderem muss der Spieler dabei Instrumente kalibrieren, nach Sternen Ausschau halten oder mit der Leuchtfeuer-Tastatur Signale ins All senden.

Dabei sind die Rätsel teilweise wirklich knackig schwer und haben mich wirklich manchmal in den Wahnsinn getrieben. Dabei versucht Gorky zu helfen, erklärt aber nur rudimentär den Lösungsansatz. Es gibt jedoch auch ein Feature, was einige sehr schwierige Rätsel für euch löst. Dadurch müssen nur noch die leichteren Teile des Rätsels gelöst werden.

Rettung im All

Durch Zufall fängt der Spieler einen Notfall-Funk auf. Darin erklärt die gestrandete Elle, dass sie einen Notfall auf ihrem Schiff haben und kurz vor dem Hunger-Tod stehen.

Um Hilfe zu holen muss der Spieler dabei eine Vielzahl von schwierigen Rätsel lösen, bekommt aber dafür am Ende einen wunderbaren schrägen Dialog mit einer Kapitänin eines Kriegschiffes spendiert.

Jedoch braucht das Schiff ein paar Tage für die Rettungsmission. So muss Karl bald wieder schlafen und wird von neuen Albträumen geplagt. Auch das Elle Karl immer mehr an seiner verstorbenen Tochter erinnert, hilft Karls Gemüt nicht sehr viel weiter.

Doch ein Notfall jagt den nächsten und so muss Karl erstmal sein eigenes Leben retten, als die Kühlung der Bento versagt.

Fazit zu Still There

Still There ist ein Point-and-Klick Adventure wie es im Buche steht. Die liebevoll gestaltete Bento, mit den vielen Details und den schwierigen Rätseln machen zusammen mit der wirklich interessant geschriebenen Story einfach nur Spaß.

Dabei brilliert Still There gerade durch seinen beißenden Witz. Ich lag einige Male fast vor lachen auf den Boden, wenn ich in der Bento wieder etwas neues entdeckt habe. Oder gegen Gorky im Schach verloren habe.

Dabei beschäftigt sich Still There mit einem ernst zunehmenden Thema, nämlich Depression, Verlassensängste und die Schwierigkeit mit einem Verlust abzuschließen. Genau hier baut das Spiel mit Witz zunächst eine entspannte Atmosphäre auf, wo die Realität den Spieler hart erwischt.

Auch wenn die Rätsel mich manchmal zum Verzweifeln gebracht haben (oder war das bloß Gorky?) hat mich die Story extrem gefesselt und mich zum weiterspielen motiviert. Ich komm gerne auf eine Tasse Kaffee, ein Schachspiel und derben Humor wieder auf die Bento.

Still There wurde auf dem PC getestet mit einem durch Iceberg Interactive bereitgestellten Key.

Artikelbild, Screenshot & Video: Iceberg Interactiv & GhostShark Games

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Über Maik Gasse

Hi mein Name ist Maik, zur Zeit Maschinenbau Student in Köln Als leidenschaftlicher Zocker und gelegentlicher Hobby-Schreiber verfasse ich hier auf in-ent.de zusammen mit Chris und Lukas Gaming-relevante Artikel.

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