Frostpunk: This War Of Mine-Entwickler kreieren neue Serious Game

Review: Frostpunk

Am 24. April 2018 erschien das Aufbau-Strategie und Survival-Game Frostpunk vom polnischen 11 Bit Studios. Das Spiel überraschte die Steam-Community mit seiner unverzeihlichen Art. Was kann das Spiel?

Die Story

In einer alternativen Zeitlinie blüht die Menschheit nicht im späten 19. Jahrhundert auf, sondern wird durch eine neue Eiszeit fast vollständig ausgelöscht. Der Spieler ist der Anführer einer kleinen Gruppe Überlebenden, die in einem Krater Schutz suchen. Die Gruppe versucht mit Hilfe eines gigantischen kohlebetriebenden Generators der Kälte zu widerstehen und zu überleben. Doch die Eiszeit bricht mit immer tieferen Temperaturen über die Überlebenden ein und Rohstoffe sind knapp.

Anfang aus dem Nichts

Anfangs steht nur der Generator und es fehlt an Kohle, Nahrung und Unterkünften. Der Spieler muss schnell für sichere Unterkünfte sorgen, damit die Bewohner einen gefahrlosen Rückzugsort haben, an dem sie sich aufwärmen können. Sobald die erste Kohle von nahe gelegenen Kohlevorkommen abgebaut wurde, kann der Generator eingeschaltet werden und er wärmt die umliegenden Gebiete auf. Nun gilt es Jäger auszuschicken, Holz und Stahl zu sammeln und den Kohlevorrat aufzustocken.

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Anfangs gibt es nur den Generator und bei „warmen“ -20 Grad müssen die Überlebenden im Schnee Kohle abbauen

Kleine Aufgaben mit großer Wirkung

Die Bewohner des Talkessels haben immer wieder Anfragen an ihren Anführer. Bei diesen Anfragen geht es um Probleme, die Behoben werden sollen. Anfangs fehlt es beispielsweise an Unterkünften und der Spieler hat die Wahl Unterkünfte für alle oder für einige zu versprechen oder die Anfrage abzuschlagen. Sollte er Unterkünfte versprechen, hat er eine gewisse Zeit das Versprechen umzusetzen. Wenn er es schafft, werden die Überlebenden dankbar sein. Scheitert man dagegen, sinkt die Moral.

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Wieder ein Versprechen gebrochen: Die Hoffnung sinkt und die Unzufriedenheit wird höher

Krankheit: Der größte Feind

Der größte Feind in Frostpunk ist aus meiner Sicht das Krankwerden von Arbeitern. Durch die tiefen Temperaturen am Arbeitsplatz oder die nicht vorhandene Unterkunft zum Ausruhen, werden die Menschen teilweise sogar schwer krank. Während Kranke noch in der Lage sind zu arbeiten, sind es Schwerkranke nicht mehr und das Risiko an einer schweren Krankheit zu sterben ist groß. Wird der Krankenstand also zu groß, kann die restliche Wirtschaft schnell zusammenbrechen und es gehen Nahrung und Kohle aus.

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Es wird kälter und die Unterkünfte bieten nicht mehr genug Wärme. Damit steigt die Zahl der Kranken

Daher müssen schnell Krankenstationen errichtet werden, damit sämtliche Krankheiten behandelt werden. Die Leute fallen zwar für die Zeit der Behandlung aus und können nicht arbeiten, dafür überleben sie es aber und man kommt weiter.

Gesetze verabschieden

Ab und an können Gesetze verabschiedet werden. Gesetze sind meist drastische Maßnahmen, die den Fortbestand der Stadt sichern sollen, aber auch Unmut bei der Bevölkerung auslösen können. Viele Gesetze sind eine Entweder-Oder-Entscheidung. Möchte man Kinderarbeit zulassen, um somit die Zahl der Arbeiter zu erhöhen, oder Kinderheime bauen, damit die Kinder in Obhut sind? Möchte man Schwerkranke um jeden Preis retten und damit sogar Amputationen billigen, oder beschränkt man sich sofort nur auf die Behandlung der leicht Erkrankten?

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Mit welchem Gesetz fängt man an?

Viele Gesetze ermöglichen Folgegesetze, die dann den Ausbau der Stadt in die eine oder andere Richtung lenken. Wenn man Kinder beispielsweise in Heime steckt, kann man danach die Kinder in den Krankenhäuser aushelfen lassen, um die Genesung der Kranken zu verschnellern. Sollte man sich für die drastischen Maßnahmen und Amputationen entschieden haben, kann man für die Amputierten ein Pflegeheim bauen und später Prothesen, damit sie wieder Arbeitsfähig werden.

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Zu viele Kranke? Lass die Kinder bei der Versorgung helfen

Unzufriedenheit und Hoffnung

Neben dem allgemeinen Überleben, dem Halten von Kohle und Nahrung gilt es zudem die Unzufriedenheit niedrig und die Hoffnung der Überlebenden hoch zu halten. Das Verabschieden von Gesetzen, gerade von drastischen, hat meist negative Auswirkung auf die Unzufriedenheit. Nebenaufgaben zu erfüllen wirkt sich dagegen positiv auf die Hoffnung aus. Wenn die Unzufriedenheit zu sehr steigt oder die Hoffnung verloren ist, wird der Spieler aus der Stadt gejagt und das Spiel ist verloren.

Forschung

Ein Schlüssel zum Erfolg liegt in der durchgehenden und zielgerichteten Forschung neuer Technologien. Recht schnell am Anfang kann der Spieler eine Werkstadt bauen und in dieser Forschungen starten. Zu den Forschungen gehören neue Gebäude wie das Sägewerk oder die Kohlemine, aber auch verbesserte Isolationen der Häuser oder eine schnellere Sammelgeschwindigkeit der Überlebenden.

Viele Forschungen sind wirklich Pflicht. Ohne die ersten Rohstoff-Forschungen gehen einem sehr schnell Kohle, Stahl und Holz aus. Ohne die Wärme-Forschungen überlebt man keine Temperaturen unter -60 Grad Celsius. Forschungen kosten Rohstoffe und brauchen mitunter einig Tage, sind aber jede Investition wert.

Späher

Sobald der Spieler einen Wetterballon erforscht und gebaut hat, kann er eine Spähertruppe losschicken, um weitere Überlebende oder Rohstoffe zu finden. Die Späher haben anfangs zwei mögliche Ziele, können von dort aber immer neue Ziele entdecken. Um seine Bevölkerung zu erhöhen und den ein oder anderen Rohstoff-Boost zu erhalten, sind Späher unerlässlich.

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Die Späher können weitere Überlebende und Ressourcen finden

Ordnung oder Glaube?

Nachdem der Spieler einige Tage überlebt hat, erfährt er vom Fall einer anderen Stadt. Durch die Trauer und Verzweiflung entsteht eine Bewegung, die Londoner. Sie glauben, dass London die Eiszeit bisher überstanden hat und wollen daher in die Metropole ziehen. Um der Bewegung zu begegnen, muss der Anführer sich für eine neue Ausrichtung der Stadt entscheiden. Er kann auf die Bedürfnisse der Überlebenden mit Ordnung, einer Art Regiem, oder mit Glauben, der zum Fanatismus wird, begegnen.

Review: Frostpunk
Die Überlebenden müssen neue Hoffnung schöpfen. Doch schaffen sie es über Ordnung und Disziplin oder sind doch Glaube und spirituelle Kraft stärker?

Durch die Entscheidung stehen neue Gesetze zur Auswahl, die für ein Umdenken der Londoner sorgen sollen.

Zusammenfassung

Frostpunk ist schwer, packt einen aber sofort. Die ersten zwei oder drei Runden war ich damit beschäftigt die verschiedenen Gebäude und Abläufe kennen zu lernen. Dabei habe ich natürlich nicht sehr effizient gehandelt, was in einer post apokalyptischen Eiszeit nicht verziehen wird. Entsprechend bin ich in den ersten Runden verjagt worden. Bei den meisten Spielen will ich immer der Gute sein und schlage selten einen grausamen Weg ein, doch bei Frostpunk wird auch zu nett oder zu zimperlich sein bestraft. Wenn man es allen recht machen will, ist innerhalb kürzester Zeit keiner mehr am Leben.

Nach vier oder fünf Runden habe ich das Spiel dann beinahe geschafft. Es gilt 50 Tage zu überleben und mein Top sind aktuell 46. Entsprechend packt es mich, die letzten vier Tage auch noch irgendwie zu schaffen.

Die Story - 85%
Spaß an Schwierigkeit - 90%
Möglichkeiten bei Gesetzen - 90%
Wiederspielbarkeit - 85%

88%

Frostpunk macht Spaß, da es schwer ist. Durch die verschiedenen Gesetze und die zwei Spezialisierungen ist die Wiederspielbarkeit auch gegeben.

Über Lukas Kochniss

Ich bin schon seit vielen Jahren begnadeter PC Spieler und habe ungezählte Stunden zockend verbracht. Irgendwann ist aus dem reinen zocken die Interesse entstanden auch über Games zu schreiben und daraus entstand KochnissCode. Nach etwa einem Jahr KochnissCode habe ich dann mit Chris zusammen int.ent news gestartet, um unsere Interessen und Schreibkraft zu bündeln.

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