Ghost of Tsushima

Ghost of Tsushima: Review: Das Ende der Ehre

In Sonys und Sucker Punchs Ghost of Tsushima übernimmt der Spieler die Rolle des Fürstensohnes Jin Sakei in Japan im 12. Jahrhundert. Dabei muss Jin auf unkonventionelle Methoden zurückgreifen, um die einfallenden Mongolen aus Tsushima zu vertreiben.

Vom Bruch der Ehre

Jin wurde von Kindesbeinen an von seinem Onkel, dem regierenden Fürsten von Tsushima, großgezogen und in die Kunst des Samurais unterwiesen. Dabei hat sich Jin einer harten Doktrine unterworfen, die es ihm unerlässlich macht sich selbst und seine Gefühle zu kontrollieren.

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Jedoch ändert sich alles schlagartig, als die Mongolen in Tsushima einfallen und die Samurai in einer Schlacht niedermetzeln. Dafür greift der Mongolenfürst auf jeden einzelnen schmutzigen Trick zurück. Jin überlebt wie durch ein Wunder und wird von der Diebin Yuna gepflegt. Zusammen mit ihrem Bruder Taka wollen die beiden die Mongolen besiegen und den überlebenden Fürsten befreien. Jedoch stellt sich ein großes Problem dar. Denn die Mongolen sind zahlenmäßig haushoch überlegen und nach der Schlacht haben kaum Samurai überlebt.

Weiter haben die Mongolen schon ganz Tsushima besetzt und unterdrücken das Volk. Jin muss Verbündete finden, um seinen Onkel zu befreien. Außerdem muss er sich gegen eine Übermacht aus Mongolen alleine stellen. So greift Jin widerwillig zu heimtückischen Methoden, um die Mongolen zu vertreiben.

Vom ehrenhaften Samurai

Jin kann in unterschiedlicher Weise auf die Mongolen zugehen. Denn als ehrenhafter Samurai ziehmt es sich nicht den Feind von hinten zu erdolchen. Ein Samurai fordert zum Kampf und sieht dem Gegner dabei in die Augen. So kann der Spieler vor Beginn eines Kampfes die Gegner herausfordern und den herantretenden Krieger mit einem Schlagt im Duell besiegen, wenn das Timing richtig ist.

Danach muss Jin sich allein mit seinen Fähigkeiten gegen den Rest der Mongolen behaupten. Das Ganze basiert dabei auf einem Schere-Stein-Papier-System, indem Jin mit verschiedenen Kampfhaltungen gegen verschiedene Gegner einen Vorteil erringt. Ansonsten muss der Spieler als Jin im richtigen Zeitpunkt blocken, um die Verteidigung seines Gegners zu zerbrechen und dem Gegner dann Schaden zuzufügen.

Dabei kann Jin im offenen Kampf ausweichen, blocken und Techniken einsetzen, vorausgesetzt, diese wurden erlernt. Weiter kann sich Jin nur mit der Hilfe von der sogenannten Entschlossenheit heilen. Diese sammelt sich pro besiegten Gegner oder durch das perfekte Parieren von Hieben.

Die Kampfhaltungen sind jedoch erst im weiteren Verlauf des Spiels freischaltbar, was die Kämpfe zu Beginn extrem schwer macht. Wer mit dem Schwert zuerst überall reinstürmt, wird höchstens als Krähen-Futter enden. Daher empfiehlt sich zunächst eine heimlichere Methode.

Zum ruchlosen Geist

Von Yuna erlernt Jin bereits früh die Fähigkeit des Attentats. So kann Jin heimlich, still und leise seine Gegner vor ihm ausschalten und dazu noch Entschlossenheit ernten und zwar mehr als in offenen Kämpfen. Außerdem kann Jin so selbst stärkere Gegner mit einem Schlag töten.

Neben seinem Tanto kann Jin jedoch auch noch weitere Utensilien wie Kunais, japanische Wurfmesser, Rauchbomben, Haftbomben und kleine Glöckchen verwenden. Weiter kann Jin zwischen zwei Bögen wählen, sobald er diese findet, und Gegner aus der Ferne zu dezimieren.

Das Ganze funktioniert so gut, dass ich zunächst fast nur aus dem Hinterhalt agiert habe und meine Gegner heimlich umgebracht habe. So habe ich mich durch die ersten paar Missionen geschlagen und gefühlt durch die halbe Karte. Besonders interessant fand ich dabei, dass Jins Gewissen sich zu Beginn immer mal wieder meldet. So sagt ihm eine innere Stimme, dass das, was er tut, falsch ist.

Irgendwann sieht Jin aber ein, dass er nur auf diesen Weg wirklich Erfolg haben kann.

Kleider machen Leute

In Tsushima findet Jin fünf Rüstungssets, die ihm in einer jeweiligen Situation helfen. Mit der Tracht des Reisenden beispielsweise findet Jin verborgene Artefakte, die ihm Hintergrundwissen über die Mongolen gibt. Weiter kann er so die Landkarte von Tsushima schneller aufdecken, da diese am Anfang verborgen ist und erkundet werden muss. Die Tracht des Reisenden deckt dabei mehr auf als andere Rüstungen.

Mit der Samurai-Rüstung kann Jin mehr Schaden einstecken und so besser im Nahkampf überleben. Jedoch ist diese Rüstung beispielsweise nicht so gut fürs Schleichen geeignet wie die der Ronin oder des Geistes. Auch mit für den Bogen kann Jin eine spezielle Rüstung finden, die ihm beispielweise hilft, die Zeit länger zu verlangsamen oder den Bogen schneller zu spannen.

Für jede Situation gibt es also die richtige Rüstung. Manchmal habe ich persönlich in der Hektik des Kampfes aber vergessen die Rüstung zu wechseln und wurde deswegen beispielweise in voller Samurai-Rüstung von den Mongolen beim Schleichen erwischt.

Die Rüstungen müssen jedoch meist durch Missionen oder durch Erkunden von Tsushima freigeschaltet werden.

Von Tsushima

Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass Tsushima eine kleine Insel vor der Hauptküste von Japan ist. Jedoch wirkt sich das im Spiel anders aus. Tsushima ist im Spiel gewaltig. Und ich meine gewaltig. In den ersten Missionen verbringt der Spieler die meiste Zeit über nur im unteren Teil der Insel. Dabei ist der obere nochmal größer. Allein, um von Fürstenschloss bis zum Strand der Schlacht am Anfang zu kommen, braucht man über eine Stunde. Und das liegt daran, dass es in Tsushima einfach einen riesigen Haufen an Sachen zu entdecken und zu tun gibt.

Denn auf dem Weg zum Ziel finden sich mindestens drei weitere interesannte Sachen. So führen Füchse Jin zu einem geheimen Schrein, was einen mehr Talismane tragen lässt. Oder Wegelagerer wollen geköpft werden. Mongolen treiben ihr Unwesen auf den Straßen und haben Geiseln genommen. Heiße Quellen liegen auf dem Weg und erhöhen die Gesundheit und und und.

Ghost of Tsushima: Review: Das Ende der Ehre

In Tsushima gibt es nicht nur einen großen Haufen zu tun, sondern auch zu erkunden. So kann Jin verborgene Tempel finden, um die Kamis, die Gottheiten, zu ehren und einen Talisman zu erhalten, die besondere Kräfte haben. Außerdem finden sich überall Rohstoffe, die Jin benötigt um seine Ausrüstung zu verbessern. Darüber hinaus wollen die Bürger auch noch immer irgendwas von einem und benötigen Hilfe.

Jedoch gefiel mir persönlich am besten, ohne Ziel einfach durch Tsushima zu streifen und sich die Natur anzuschauen.

Die Atmosphäre

Was soll ich sagen? Ghost of Tsushima ist einfach wunderschön. Und das ist nicht übertrieben. Das ganze Spiel quillt Atmosphäre nur aus sich so heraus. Alles wirkt glaubhaft echt und einfach überwältigend schön. Das Ganze dann auch noch unterstrichen durch eine wirklich sehr gute Vertonung, sowohl auf Deutsch, Englisch wie auch Japanisch.

Ghost of Tsushima: Review: Das Ende der Ehre

Zunächst denkt man vielleicht, dass die Charaktere etwas steif sind. Aber genau diese Höflichkeit und die Kontrolliertheit von Jin machen den Samurai und die japanischen Bürger erst glaubhaft.

Weiter passt der Soundtrack einfach unglaublich gut. Sanfte Bambusflöten Klänge wenn Jin die Umgebung erkundet und massige Trommeln und japanische Lyrics im Kampf.

Ghost of Tsushima: Review: Das Ende der Ehre

Dazu noch einfach diese wunderschöne Landschaft. Die Grafik sieht einfach wirklich super gut aus. Das ganze kann der Spieler dann auch noch in einem wirklich umfangreichen Fotomodus festhalten.

Fazit zu Ghost of Tsushima

Ghost of Tsushima macht eine Menge Spaß aus einer Menge Gründen. Zum einen kann der Spieler eine gewaltige Karte erkunden und an jeder Ecke Geheimnisse entdecken. Zum anderen ist für diejenigen, die sich schon immer mal als Samurai versuchen wollten die Atmospähre und die Kämpfe genau richtig.

Weiter kann der Spieler aber auch als Ninja verdeckt eine ganze Armee ausschalten und seine Fähigkeiten im stillen Töten verbessern. Ghost of Tsushima bietet dem Spieler wahnsinnig viele Möglichkeiten dieses Spiel zu bewältigen. Kleiner Abtstrich für mich war, dass die Story ein wenig braucht, um Schwung aufzunehmen und sich ein wenig zerhackstückelt anfühlt, da die Missionen doch immer sehr weit auseinander liegen. Bis Jin die nächste Story-Mission angefangen hat, ist so viel Zeit vergangen, dass der Spieler gar nicht mehr weiß, was vorher war.

Mein persönliches Sahnehäubchen waren aber die Duelle mit anderen Samurai. In einem kleinen Kampfring muss man dann als Krieger sein gesamtes Können unter Beweis stellen, um nicht vom Gegenüber umgebracht zu werden. Dabei sind die Gegner einfach verflucht schwer und es mir persönlich immensen Spaß gemacht diese dann in die Knie zu zwingen.

Ghost of Tsushima ist für mich bisher das Highlight des Jahres und ich kann jedem mit einer PlayStation 4 dieses Spiel nur mit bestem Wissen empfehlen.

Ghost of Tsushima wurde mit einem Review Key auf der PlayStation 4 Pro getestet, bereitgestellt von ToLL Relations.

Artikelbild, Screenshots & Video: Sucker Punch & Sony

Über Maik Gasse

Hi mein Name ist Maik, zur Zeit Maschinenbau Student in Köln Als leidenschaftlicher Zocker und gelegentlicher Hobby-Schreiber verfasse ich hier auf in-ent.de zusammen mit Chris und Lukas Gaming-relevante Artikel.