In Wild West Pioneers können angehende Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Wilden Westen ein eigenes beschauliches Städtchen aufbauen. Die Wild-West-Simulation ist ein City-Builder, bei dem jeder Tag-Nacht-Zyklus neue Abenteuer ermöglicht. Als Bürgermeisterin oder Bürgermeister ist es ihre Aufgabe, ihre Siedlerinnen und Siedler zufriedenzustellen, Produktionsketten auszubauen und das unnachgiebige Grenzland zu erkunden. Doch wie wirken all diese Systeme in Wild West Pioneers zusammen?
Inhaltsverzeichnis
- Worum geht es in Wild West Pioneers?
- City-Builder im Wilden Westen mit Wusel-Faktor
- Missionsbasierte Sandbox mit begrenzten Ressourcen
- Erkundungen, Expedition und Begegnungen
- Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger
- Ausblick auf die Early Access-Pläne von Wild West Pioneers
- Fazit: Erster Einblick in Wild West Pioneers
Worum geht es in Wild West Pioneers?
Bei Wild West Pioneers handelt es sich um einen klassischen City-Builder mit eigener Hintergrundgeschichte, der im Wilden Westen angesiedelt ist. Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle der Bürgermeisterin beziehungsweise des Bürgermeisters einer neu gegründeten Siedlung in den Grenzlanden. Sie begleiten das Wachstum der Siedlung von den ersten Zelten bis hin zur richtigen Wild-West-Stadt.
Um diese Aufbaumechaniken herum gibt es die persönliche Geschichte der Protagonistin beziehungsweise des Protagonisten. Der Vater der Hauptfigur ist nämlich verschollen und nie wieder zurückgekehrt. Die Dialoge sind im Dialogfenster einfach gehalten und werden wie in klassischen JRPGs erzählt. Außerdem sind sie vollständig vertont, bisher jedoch nur auf Englisch. Das macht den City-Builder auf seine eigene Art ungewöhnlich.
City-Builder im Wilden Westen mit Wusel-Faktor
Was Wild West Pioneers gleich richtig macht, ist die passende Stimmung zu erzeugen. Ich konnte mich beim Ausprobieren sofort im Wilden Westen niederlassen und es trifft direkt den erwarteten Ton. Optisch und technisch hinkt es anderen Genre-Vertretern zwar hinterher, hat aber seinen eigenen Stil.
Nachdem die ersten Zelte und Gebäude errichtet wurden, können die Bürgerinnen und Bürger bei ihren Aufgaben beobachtet werden. Sie schlagen Bäume, schürfen Gold in Flüssen oder verarbeiten Holz im Sägewerk zu Brettern. All das lässt sich in der Nahansicht direkt verfolgen. Das weckt sogleich Gefühle an Die Siedler und Pioneers of Pagonia – der Wusel-Faktor funktioniert.
Der Standort der Siedlung ist zunächst an Ressourcen wie einen Zugang zu Trinkwasser oder Nahrung gekoppelt. Die Gebäude sind frei platzierbar und können zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder verschoben werden, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.
Über das sogenannte Reise-Menü, einen Tech-Tree, lassen sich neue Gebäude freischalten. Es gibt einen Freischaltbaum mit Fortschritten und Ideen sowie bereits zahlreichen Auswahlmöglichkeiten. Gleichzeitig sind Gebäude upgradefähig. So wird aus einem Zelt durch eine bestimmte Menge an Ressourcen und Geld ein Wohnhaus, wodurch mehr Kapazitäten für Bürgerinnen und Bürger entstehen. Das gesamte Ressourcenmanagement lässt sich auf einen Blick erkennen. Geld, Holz, Nahrung, Ideenpunkte usw.

Außerdem gibt es einen Tag-Nacht-Zyklus, der die Bevölkerung der Siedlung beeinflusst. Tagsüber arbeiten die Menschen, nachts kommen sie zur Ruhe. Tatsächlich ist zu dieser Zeit niemand auf den Straßen unterwegs. Dadurch entsteht in Wild West Pioneers ein sehr authentisches Gefühl dafür, wie das Leben als Bürgermeisterin oder Bürgermeister ist.
Im Gegensatz zu Cities: Skylines entsteht die Siedlung nicht auf Basis von Kacheln und auch nicht völlig automatisch oder zufällig. Jedes Gebäude lässt sich manuell platzieren. Das entspricht dem klassischen Siedlungsbau und funktioniert.

Missionsbasierte Sandbox mit begrenzten Ressourcen
Wer mit City-Buildern vertraut ist, dürfte sich in Wild West Pioneers sofort zurechtfinden. Das Spiel setzt dabei nicht nur auf eine freie Sandbox, sondern auch auf missionsbasierte Progression. Der Handlungsstrang im Journal gibt zunächst vor, was als Nächstes zu tun ist. Es gibt nicht nur die Hauptmission, die durch das Spiel trägt, sondern auch einzelne Nebenmissionen. Dadurch erhält das Spiel eine klare Orientierung und die Geschichte um den verschollenen Vater kann verfolgt werden. Es fühlt sich nicht so an, als würden die Spielerinnen und Spieler den Missionen hinterherlaufen, da es immer nur eine überschaubare Anzahl gibt.
Nebenmissionen haben zunächst keine Konsequenzen, wenn Bürgermeisterinnen oder Bürgermeister diese ablehnen. Sie tauchen zufällig im Spielverlauf auf, wenn eine gewisse Progression in der Hauptgeschichte erreicht ist. Wann diese konkret erscheinen, ist allerdings unklar.
Ein Mann sucht beispielsweise seine verschwundene Frau, die sich verlaufen hat. Dieser Auftrag kann von Spielerinnen und Spielern angenommen werden, es besteht jedoch keine Verpflichtung dazu. Ein Fehlschlag hätte keine Auswirkungen. Für diese Mission muss die Bürgermeisterin bzw. der Bürgermeister eine Expedition losschicken, um die Gesuchte zu finden. Es wirkt jedoch so, als gäbe es mit weiterem Fortschritt auch Missionen, die sich auf die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger auswirken.
Insgesamt bleibt Wild West Pioneers aber seinem Sandbox-Charakter treu. Zwischen den Storysträngen lässt sich frei bauen und erkunden, wie es einem beliebt. Das Potenzial ist also so lange endlos, wie es Wasser, Holz und andere Ressourcen gibt. Diese können jedoch auch ausgehen, wie beispielsweise das Gold. Goldquellen im Fluss versiegen, sobald sie abgebaut sind.
Erkundungen, Expedition und Begegnungen
Abseits des Startgebiets von Staubfluss gibt es eine Weltkarte, auf der weitere Schauplätze verzeichnet sind. Mit Expeditionen können Bürgermeisterinnen und Bürgermeister diese Orte besuchen und so dorthin reisen. Ein Beispiel dafür ist der erste Erkundungsort namens „Versteckter Hain”. Dort bricht die erste Expedition auf, um die Frau des besagten Mannes zu finden. Das ist jedoch nur eine von vielen Möglichkeiten, die sich durch Expeditionen ergeben. Außerdem können fahrende Händler oder Fremde mit ihren eigenen Anliegen auf die Expedition treffen.
Um eine Expedition zu leiten, werden Konservendosen mit Vorräten benötigt. Dies verdeutlicht die enge Verbindung dieser Mechanik zur Produktionskette in Staubfluss. Jeder neue Ort erfordert eine bestimmte Menge an Vorräten, damit die Expedition dorthin reisen kann. Diese Kopplung ist sinnvoll durchdacht und bietet die spannende Möglichkeit, mehr als nur den eigenen Ort aufzubauen. Durch Expeditionen werden Nebenaufgaben zu einem alternativen Faktor für einen City-Builder, wodurch dieser nicht mehr ganz so klassisch ist.

Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger
Bei der Siedlung spielt die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle. Haben sie ein Zelt, entsteht nach kurzer Zeit der erste Wunsch nach etwas Dekorativem. Dabei kann es sich um eine Pflanze, eine Bank oder auch ein Tier handeln. Wer sich um die Belange seiner Siedlerinnen und Siedler kümmert, kann von produktiven Menschen profitieren.
Beim Aufwerten der Gebäude kommt hinzu, dass Einrichtungen wie ein Saloon oder ein Barbierladen wichtig werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben weitere Anforderungen, um noch glücklicher – und somit auch produktiver – zu sein. Das System stützt sich also auf die Reaktion der Bürgermeisterin bzw. des Bürgermeisters.
Was im Vergleich zum sonstigen Wusel-Faktor allerdings stark auffällt, ist, dass die Deko eine Deko bleibt. Selbst wenn der Wunsch nach einem Tier, beispielsweise einem Hund oder einer Katze, erfüllt ist, bleibt die Deko starr und niemand interagiert mit ihr. Dadurch wird der Aspekt des Wusel-Faktors etwas zunichte gemacht.
Ausblick auf die Early Access-Pläne von Wild West Pioneers
Toplitz Productions und EmpireCraft Studios planen, den Early Access etwa ein Jahr lang aufrechtzuerhalten. Dieser startet am 25. September 2026 auf Steam via PC. Enthalten sind bereits die aufwertbaren Gebäude, mehrere Biome, eine verbundene Weltkarte, simulierte Siedler, Bürgerrollen und Expeditionen.
In den kommenden Monaten wollen die Entwickler regelmäßige Dev-Logs veröffentlichen und Spieler:innen via Social Media und Discord einladen, aktiv an der Entwicklerdiskussion mitzuwirken.

Fazit: Erster Einblick in Wild West Pioneers
Wild West Pioneers ist ein ambitioniertes Spiel, das zeigt, dass sich Wild-West-Abenteuer und City-Building gut kombinieren lassen. Der Early-Access-Titel muss aber noch viele technische Mängel beseitigen, ehe er als Full-Release-Kandidat gilt. Typisch für Toplitz Productions wird Wild West Pioneers im Early Access veröffentlicht, um die Community aktiv an der Entwicklung mitwirken zu lassen, was für den City-Builder durchaus Sinn ergibt.
Die Idee, Abenteuer, Missionen und City-Building miteinander zu verknüpfen, ist das Highlight des Spiels. Genau diese Kombination lässt einen in die Siedlung eintauchen und mehr über die Geschichten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner erfahren wollen. Gleichzeitig funktionieren die Expeditionen gut, um über die Siedlung hinauszuwachsen und zu erkunden, was eben nicht nur im Startszenario stattfindet. Der Tech-Tree, das Ausbauen der Siedlung und die Missionen, die miteinander verknüpft sind, um die Progression der Stadt voranzutreiben, sind gut aufeinander abgestimmt und machen Wild West Pioneers zu einem spannenden Genre-Mix.
Dieser Eindruck wird nur durch Kleinigkeiten wie etwa Deko-Elemente geschmälert, mit denen die ansonsten geschäftigen Siedlerinnen und Siedler nicht interagieren. Das zerstört die Immersion etwas, denn Katzen und Hunde sind schließlich keine starren Blumentöpfe. Wie gut sich Sandbox und Geschichte im späteren Spielverlauf gemeinsam tragen, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Das wird sich erst zeigen, wenn noch weitere Spielstunden in den Wild-West-City-Builder investiert wurden.
Artikelbild/Screenshots: Toplitz Productions/EmpireCraft Studios, Video: YouTube
Der Early Access Wild West Pioneers wurde mit einem Review Key für Steam auf dem PC getestet, bereitgestellt von Toplitz Productions.
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