Im Wilden Westen war nicht alles nur Revolver und Ganoven. Auf der anderen Seite der Geschichte waren es einfache Menschen, die im Westen der heutigen Staaten ein neues Leben anfangen wollten. Diesen Gedankengang hat The Breach Studios aufgegeriffen und möchte mit Westlanders den Zeitgeist vom Wilden Westen einfangen. Auf der gamescom 2026 durfte ich einmal selbst Hand an den Holzhammer legen und mich in die Zivilisation erkämpfen.
“Westlanders ist kein Spaghetti-Western”
Vorab: Natürlich wird auch in Westlanders geschossen. Jedoch gibt es hier kein Dead Eye wie in Red Dead Redemption und auch werden hier keine Ganoven-Geschichten erzählt. Westlanders versteht sich als Sandbox-Aufbau-Spiel mit tiefen Survival-Mechniken. Das Spiel vom Publisher Team17 und Entwicklerstudio The Beach Studios können Spielerinnen und Spieler allein oder mit Freunden erkunden.
Das erste Ziel dabei ist erstmal: Überleben. Der Wilde Westen ist nämlich nicht nur wild, sondern auch harsch. Die Versorgung des Spielcharakters steht am Anfang im Vordergrund. Essen, Trinken, Kleidung oder Schlaf: Diese grundlegenden Bedürfnisse gilt zunächst zu stillen. Anschließend geht es zum Crafting über, bei dem es um Werkzeuge und Waffen geht, um sich weit in die Welt voran zu wagen.
Dabei sollte die Spielerin oder der Spieler sich möglichst gut wapnen. Unterschiedliche Biome weisen verschiedene Herausforderungen auf. So gilt es beispielsweise, wasserbedingte Krankheiten, Kälte und eventuell Blutungen und Brüche zu überstehen. Diese Survival-Elemente treffen dabei auf das Sammeln von Ressourcen, um die Siedlung am Leben zu halten.
Die Spielerin oder der Spieler müssen auf vielerlei Details achten. Wasser kann der Charakter nicht einfach aus dem Fluss trinken, da es zunächst abgekocht werden muss. Anderweitig infiziert er sich.

Der Planwagen als reisende Siedlungs-Basis
Für mich war in der Demo das interessanteste Feature der Planwagen. Dieser ist umfangreich funktional und Spielerinnen und Spieler nehmen ihn auf Erkundungstouren mit durch die Wildnis. Der Wagen funktioniert nicht nur als Inventar für alle Spieler, sondern wird bei Bedarf zur mobilen Basis. Wer sich an einem geeigneten Ort sicher fühlt, der stellt den Planwagen ab und schlägt ein Zelt auf, das als mobile Basis fungiert.
Je weiter die Spielerin oder der Spieler im Spiel voranschreitet, desto mehr kann sie oder er den Wagen ausbauen. Seitlich am Planwagen sind Möglichkeiten, um Waffen, Items oder einen Regensammler anzubringen. Das zeigt, dass der Planwagen als dezentrales Überlebenstool funktioniert.
Auch Pferde bringen Komplexität ins Spiel. Die Vierbeiner, die den Wagen ziehen, haben unterschiedliche Stati. Spielerinnen und Spieler können diese ausbalancieren, um einen möglichst effizienten Karren fahren zu können. Das kann zum Beispiel sein: Einige Pferde ziehen mehr Gewicht, sind aber langsamer als andere, während das nächste Pferd schneller ist aber nicht so viel Ausdauer hat.

Vom Überlebenden zum Unternehmer
Spielerinnen und Spieler können mit voranschreitenden Spielstunden ihre eigene Siedlunge errichten. Ihnen ist es möglich, Gebäude zu bauen und Produktionsketten wie Bergbaue oder Ledererzeugnisse zu erstellen.
Interessant finde ich ebenfalls den Management-Aspekt. In der Wildnis treffen Spielerinnen und Spieler immer wieder auf NPCs, die sie anheuern können, um diesen Aufgaben zu einem verhandelbaren Gehalt anzubieten. Jeder NPC hat seine eigene Art und Weise, wie er seine Arbeit angeht. Das kann beispielsweise sein, dass er produktiver ist, wenn er allein arbeitet oder ist eher ein geselliger Typ, der gern mit anderen arbeitet. So entsteht aus dem anfänglichen Suchen und Sameln eine komplexe automatisierte Fertigungskette, aus der am Ende eine Wirtschaft im Spiel entsteht.
Gemeinsam den Wilden Westen erobern
Westlanders lässt sich nicht nur alleine spielen. Das Spiel setzt auch auf Koop, wodurch sich die Reise durch die Westlands gemeinsam mit Freunden bestreiten lässt. Dabei passt der Multiplayer besonders gut zum grundlegenden Aufbau des Spiels: Gemeinsam können die Spieler die Wildnis erkunden, Ressourcen sammeln, kämpfen und ihre mobile Basis weiterentwickeln.
Auch die Nutzung des Wagens ist gemeinsam möglich. So können Spieler diesen als gemeinsames Inventar teilen und darüber Ressourcen tauschen, die möglicherweise einer der Spieler für eine Aufgabe benötigt.
Die langfristige Entwicklung der eigenen Siedlungen ist im Koop interessant. Westlanders erlaubt es, mehrere Außenposten aufzubauen und diese über Straßen und Logistiknetzwerke miteinander zu verbinden. Ressourcen können Spielerinnen und Spieler anschließend zwischen den verschiedenen Stützpunkten transportieren. Damit entsteht nacheinander ein ganzes Netzwerk, das im Zusammenspiel mit Freunden verwaltet und erweitert werden kann.
Für mich ist genau diese Kombination einer der spannendsten Aspekte von Westlanders. Der Multiplayer wirkt nicht wie ein nachträglich hinzugefügtes Feature, sondern fügt sich gut in das Konzept aus Survival, Aufbau und Management ein. Gemeinsam durch die Wildnis zu ziehen, den Wagen als Ausgangspunkt zu nutzen und später eine funktionierende Siedlung aufzubauen, könnte gerade im Koop für einen sehr eigenen Spielfluss sorgen.

Mein gamescom 2026-Fazit zu Westlanders
Westlanders hat mich vor allem deshalb postiv überrascht, da hinter der anfänglichen Revolver-Fassade deutlich mehr steckt.
Die Survival-Elemente wirken detailliert, das Crafting bietet viel Raum für Fortschritt und der Planwagen als mobile Basis ist eine ungewöhnliche Idee, die aber voll aufgeht. Gleichzeitig entwickelt sich die Sandbox zunehmend in eine Aufbau- und Wirtschaftssimulation. Das kombiniert – mit der eingängigen entspannten Atmosphäre und Soundtrack – lädt zum Verweilen ein.
Westlanders erscheint voraussichtlich Anfang 2027 im Early Access für PC. Playstation 5 und Xbox sollen zum vollständigen Release folgen.
Artikelbild: Team17, Video: Youtube, Team17
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