Auf der gamescom 2026 durfte ich mit The Great Flood einen VR-Titel ausprobieren, der klassische Strategieelemente mit Mixed Reality und einem ungewöhnlichen Bedienkonzept verbindet. Schon nach den ersten Minuten war klar: Hier geht es nicht darum, einfach nur einen klassischen Echtzeitstrategie-Titel in die VR-Brille zu packen. Stattdessen versucht The Great Flood, das gesamte Schlachtfeld direkt in die Hände des Spielers zu legen.
Steuerung von The Great Flood: Die Armee direkt am eigenen Arm
Das auffälligste Feature von The Great Flood ist die Art, wie Einheiten ausgewählt werden. Während Spielerinnen und Spieler bei klassischen Strategiespielen durch Menüs klickt oder bei einem MOBA Fähigkeiten über Tasten aktiviert, befindet sich die eigene Auswahl in The Great Flood praktisch direkt am eigenen Arm.
Die Einheiten beziehungsweise Charaktere werden dort angezeigt und können anschließend gegriffen und auf das virtuelle Schlachtfeld gesetzt werden. Das erinnert tatsächlich ein wenig an eine Mischung aus einem Karten-Deck und der berühmten Duel-Disk aus Yu-Gi-Oh!, nur dass die Karten hier nicht einfach auf den Tisch gelegt werden, sondern anschließend tatsächlich in die Schlacht ziehen.
Gerade dieser Moment hat mir beim Anspielen überraschend viel Spaß gemacht. Ich hab mich weniger wie jemand gefühlt, der lediglich Einheiten über ein Interface kommandiert, sondern tatsächlich wie ein Feldherr, der seine Truppen unmittelbar auf das Schlachtfeld schickt.

The Great Flood: MOBA, Auto-Battler oder Echtzeitstrategie?
Beim ersten Spielen kam bei mir schnell das Gefühl auf, dass The Great Flood ein MOBA sein könnte. Ganz falsch ist der Eindruck nicht, denn das Spiel besitzt einige typische Elemente: unterschiedliche Einheiten und Helden, verschiedene Rollen, Kontermechaniken, Fähigkeiten und klar definierte Schlachtfelder.
Tatsächlich handelt es sich laut Entwicklerangaben aber eher um ein Echtzeitstrategiespiel. Es hat Elemente aus MOBA, Auto-Battler und klassischen Tower-Defense-Konzepten miteinander verbindet. Das Ziel ist letztlich simpel: Die gegnerischen Verteidigungsanlagen beziehungsweise Türme müssen zerstört werden, während die eigene Seite geschützt wird.
Dabei stehen laut aktuellen Informationen mehr als 50 unterschiedliche Einheiten zur Verfügung. Darunter befinden sich mythische Kreaturen, göttliche Wesen, humanoide Monster und historische beziehungsweise fantastische Figuren.
Einheiten, Artefakte und Türme: So tief ist das Gameplay
Das Grundprinzip ist dabei relativ schnell verstanden: Einheiten auswählen, auf dem Schlachtfeld platzieren und den Gegner unter Druck setzen. Interessant wird es anschließend durch die verschiedenen Einheitentypen.
Schwere Einheiten können beispielsweise andere Aufgaben übernehmen als schnelle Kämpfer, Fernkämpfer oder Flächenschaden verursachende Einheiten. Genau diese Kombinationen sorgen dafür, dass Spielerinnen und Spieler nicht einfach blind seine stärksten Charaktere aufs Feld werfen können.
Zusätzlich gibt es Artefakte und defensive Türme, die weitere taktische Möglichkeiten eröffnen. Die Zusammenstellung des eigenen Decks beziehungsweise der eigenen Truppe soll dadurch eine wichtige Rolle spielen.

Mein gamescom 2026-Fazit zu The Great Flood
Ich war von The Great Flood vor allem deshalb positiv überrascht, weil das Spiel seine VR-Steuerung nicht einfach als Gimmick benutzt. Das Auswählen der Einheiten über den eigenen Arm und das anschließende Platzieren auf dem Schlachtfeld fühlt sich tatsächlich nach einer sinnvollen Umsetzung für VR an.
Auch die direkten Aktionen wie Speerwürfe oder Bogenschüsse haben mir Spaß gemacht. Gerade solche kleinen Interaktionen sorgen dafür, dass man sich stärker mitten im Geschehen fühlt.
Ob das Konzept langfristig funktioniert, wird allerdings davon abhängen, wie viel taktische Tiefe und Abwechslung die verschiedenen Einheiten, Helden und Fähigkeiten tatsächlich bieten. Die Grundlage dafür ist vorhanden: Mehr als 50 Einheiten, unterschiedliche Rollen, Artefakte, Verteidigungsanlagen sowie 1v1- und 2v2-Gefechte bieten einiges an Spielraum.
The Great Flood ist damit kein klassisches MOBA, sondern eher ein VR-Strategiespiel mit deutlichen MOBA- und Auto-Battler-Einflüssen. Gerade die ungewöhnliche Steuerung macht den Titel interessant. Wer gerne mit VR experimentiert und Strategiespiele mag, sollte The Great Flood definitiv im Auge behalten.
Artikelbild & Screenshots: Ling Vision/Tiny Brains
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