In 1666: Amsterdam schlüpfen Spielerinnen und Spieler in die Rollen von Clio, Aaron und Noa, die jeweils zu einer anderen Zeit leben, aber miteinander verknüpft sind. Während Noa als aktive Hexe agiert, trifft Aaron auf die Hexe Agnes und Clio übernimmt als Aarons Tochter dessen Hexen-Vermächtnis. Überzeugt das narrative Action-Adventure bereits im Early Access?
Inhaltsverzeichnis
- Story: Zwischen 1666, 1999 und Gegenwart
- Aaron als Katze: Das Gameplay im Versteckspiel
- Die Spielwelt von Amsterdam
- Tränke brauen und Fähigkeiten
- Kämpfe in 1666: Amsterdam
- Originale und Amalgame: So laufen die Bosskämpfe
- Die Atmosphäre in Amsterdam
- Fazit: Mein Eindruck von 1666: Amsterdam im Early Access
Story: Zwischen 1666, 1999 und Gegenwart
1666: Amsterdam dreht sich um Hexen und spielt während der Hexenprozesse in der niederländischen Hauptstadt. Die Sammlerin Noa, die im Jahr 1666 lebt und einem Hexenorden namens Zaindaris angehört, steht im Mittelpunkt des Gameplays. Sie wird von Aaron begleitet, der in Form einer Katze an ihrer Seite Originale, Kreaturen der Finsternis, die unter den Menschen wandeln, jagt.
Allerdings ist Aaron nicht einfach nur eine Katze, sondern er stößt um die Jahrtausendwende, nämlich Ende Dezember 1999, auf Agnes, die ebenfalls dem Zaindaris angehört. Durch sie und ein Ritual gelangt Aaron in die Vergangenheit und reist an der Seite von Noa durch Amsterdam.
Parallel dazu sucht Aarons Tochter Clio in der Gegenwart Professor Lucas auf, da ihr Vater ihr einen Brief hinterlassen hat. Gemeinsam ergründen sie in der Bibliothek die Vergangenheit und die Verbindung zwischen Aaron und Noa. Dabei schlüpft Clio im ersten Spielverlauf in die Rolle ihres Vaters, um die Hexenwelt mit seiner eigenen Terminologie zu verstehen. Das macht den Einstieg zunächst etwas verwirrend. Spielerinnen und Spieler müssen zunächst einmal durchschauen, was es mit Nuxefer, LUX, NUX oder Esbats auf sich hat.

Aaron als Katze: Das Gameplay im Versteckspiel
Noa hat also ihre Begleiterkatze Aaron ausgesucht. Im Verlauf des linearen Prologs beginnt immer wieder Aarons innerer Monolog, in dem er ebenfalls von der Hexen-Terminologie noch keine Ahnung hat. Das Spiel funktioniert aber auch andersherum, denn es gibt Aufgaben, die nur Aaron im Jahr 1999 lösen kann. In dieser Zeit wird Noa zur Begleiterkatze von Aaron. Noas Spielwelt ist im Early Access allerdings bisher auf einen Teil von Amsterdam beschränkt, Aarons Part spielt nur in einem Hotel und Clios Welt beschränkt sich auf die Bibliothek von Professor Lucas.
Um während des Esbat, der Vollmondnacht, in der Noa die Originale, auch Amalgame genannt, konfrontieren kann, ist etwas Vorarbeit nötig. Sobald Noa Amsterdam freier erkunden kann, geht es um die gemeinsame Detektivarbeit von Aaron und der Sammlerin. Sobald sie alle Informationen gesammelt hat, die zum Erkennen des Originals und zum Einsammeln des Siegels erforderlich sind, kann sie das Amalgam in der Esbat-Nacht hervorrufen und herausfordern.
Die Spielwelt von Amsterdam in 1666
Amsterdam und seine Grachten sind zwar auf wenige Viertel begrenzt, dafür lassen sich aber etliche Innenräume in den Gebäuden frei erkunden. Viele davon sind Sperrgebiete, weshalb ich um die Ecke denken musste, um Wege freizuräumen, damit Noa diese unbemerkt betreten kann. Das kann auch bedeuten, dass Aaron einen Menschen übernehmen muss. Als Gelehrter oder Wache hat er so die Chance, Türen zu öffnen, für die man vorher einen Schlüssel gebraucht hätte.
Das Spiel als Katze macht auf jeden Fall Spaß, auch wenn die Steuerung nicht so gut ist wie beispielsweise in Stray. Als Katze können Aaron oder Noa verschlossene Türen öffnen, Gegenstände einsammeln und so ungehindert in bewachte Räume gelangen.

Es gibt nicht nur einen Weg, um ein Ziel oder ein Siegel zu finden. Genau das macht besonders viel Spaß, denn nicht jedes Rätsel ist auf den ersten Blick ersichtlich und die Wege sind frei wählbar.
Noa kann die Grachten Amsterdams für eine schnellere Reise benutzen, indem sie in Hexenform auf ihnen gleitet. Übrigens sind die Straßennamen aus dem echten Amsterdam übernommen, was den historischen Beleg für das Stadtdesign eindeutig macht.

Tränke brauen und Fähigkeiten in 1666: Amsterdam
Neben ihrer Gestalt als Hexe kann sich Noa auch als normale Bürgerin verkleiden. Sie hat einen eigenen Unterschlupf in einer Gasse von Amsterdam, in dem die Geschichte voranschreitet. Außerdem kann sie dort Tränke brauen und ist die zentrale Anlaufstelle für Spielerinnen und Spieler, sobald diese den Prolog abgeschlossen haben.
Darüber hinaus gibt es ein Ausrüstungssystem mit Fähigkeiten. Sobald Noa einen solchen Ausrüstungsgegenstand erhält, muss sie sich für einen von drei entscheiden und schaltet dessen Fähigkeiten frei. Sollte Noa sterben, muss Clio in der Gegenwartsgeschichte für Noa neu wählen, welche Fähigkeit sie benutzt. Dabei gibt es neue, aber auch wiederkehrende Optionen innerhalb von Noas Fähigkeitenauswahl, die jedes Mal variiert. Quasi eine Art Fähigkeiten-Roulette. Dieses System nennt sich Nuxefer-Deduktionssystem. Clio stellt eine Hypothese zu unbekannten Gegenständen auf, die nach Noas Game Over gegebenenfalls als falsche Interpretation eingestuft wird.

Kämpfe in 1666: Amsterdam
Zu Beginn von 1666: Amsterdam stehen Noa nur wenige Fähigkeiten zur Verfügung. Dadurch wirkt das Kampfsystem anfangs eher simpel. Die Zaindaris-Hexe hat es überwiegend mit Wachen zu tun, gegen die sie kämpft. Dabei wiederholt sich das Design der Wachen sehr schnell und wirkt nicht individuell. Die Wachen haben unterschiedliche Level und Noa bekommt selten nur mit einzelnen Wachen zu tun. Dazu kommt, dass Noa sich mehreren Wellen stellen muss, wenn sie aktiv zum Kampf greift. Das wird bereits während des Prologs schnell klar.
Die gleichförmigen Kämpfe werden mit der Zeit jedoch etwas dynamischer. So kann Noa beispielsweise Kisten zerstören und dadurch mehrere Wachen auf einmal ausschalten. Mit weiteren Fähigkeiten stehen auch neue Kampfbewegungen zur Verfügung, die den Kampf weniger linear machen. Einen konkreten Schwierigkeitsgrad können Spielerinnen und Spieler übrigens nicht einstellen.
Alternativ kann Noa schleichend vorgehen. Wie schon gesagt, kann Aaron als Katze bestimmte Wachen übernehmen, um Gegnergruppen auszuschalten, Wege freizuschalten und somit die Anzahl von Noas Gegnern zu dezimieren oder sie abzulenken. Noa kann ihre Hexenkräfte nutzen, um Fackeln zu entzünden. Das lenkt Wachen ab, wirkt aber noch ziemlich steif. Die Wachen-KI reagiert auf diese Möglichkeit recht eingeschränkt. Selbst wenn Noa im Augenwinkel einer Wache vorbeischleicht, reagiert diese gar nicht auf die Bewegung oder bemerkt sie.

Originale und Amalgame: So laufen die Bosskämpfe
Hat Noa ein Original aufgespürt, kann sie es zum Esbat herausfordern und bekämpfen. Amalgame sind die Bosskämpfe in 1666: Amsterdam. Sie erfordern von der Spielerin beziehungsweise dem Spieler mehr als einfache Wachen-Gruppen. Die Bosskämpfe zeigen auch, dass passives Abwarten wenig bringt und Noa ihr Gegenüber aktiv bezwingen sollte. Ein Beispiel dafür ist das erste Original, Claes Schipper. Nach seiner Enttarnung wird der Richter zum Amalgam Agares.
Das macht die Kämpfe gegen die Amalgame zu echten Highlights, auch wenn das Kampfsystem weiterhin eher stockend bleibt. Auch bei den Bosskämpfen ist es von Vorteil, die Umgebung zu nutzen, auszuweichen und Fähigkeiten zu verwenden. Die Kombination dieser Interaktionen führt dann zum Sieg. Grundsätzlich macht es Spaß, sich zu testen und die Herausforderung gegen die Amalgame anzunehmen. Das Kampfsystem bleibt jedoch weiterhin eine Herausforderung.

Die Atmosphäre in Amsterdam
Die Atmosphäre in 1666: Amsterdam wirkt insgesamt überzeugend. Zwischendurch gibt es kleine Schockmomente, die vielleicht schockierend sein sollen, auf Dauer aber eher nervig sind. Das nutzt sich mit der Zeit stark ab. Ansonsten funktioniert Amsterdam als Szenerie gut. Auch die schmalen Häuser und die Grachten tragen zu einer glaubwürdigen Kulisse bei.
Die Hexen-Geschichte drumherum ist frei erfunden, funktioniert aber trotzdem überzeugend. Auch wenn anfangs alles etwas überfordernd klingt, fuchsen sich Spielerinnen und Spieler nacheinander in die Begrifflichkeiten rein. Panache hat den Early Access für etwa ein Jahr angekündigt. Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Bezirke, Geschichten und Originale noch geplant sind.
Fazit: Mein Eindruck von 1666: Amsterdam im Early Access
Der Early Access ist insgesamt durchschnittlich, aber auch positiv zu bewerten. Die Atmosphäre in Amsterdam, die Hexen-Geschichte und die detektivische Arbeit funktionieren sehr gut. Die KI der Wachen, die Steuerung der Katzen sowie die Schockmomente, die sich schnell abnutzen, tragen eher zum Negativen bei.
Auch wenn die Welt anfangs durch ihre Terminologie befremdlich wirkt, bringt Aarons innerer Monolog die Zuschauerperspektive perfekt rüber. Die Zwischensequenzen und In-Engine-Szenen funktionieren gut und tragen die Story-Progression voran. Am meisten überzeugt hat mich das Zusammenspiel zwischen Noa und Aaron, besonders in den detektivischen Szenen, weil es nicht nur einen richtigen Weg zum Ziel gibt. Das Rätseldesign, um die Originale zu finden, macht Spaß, und man muss auch mal um die Ecke denken, um zu verstehen, wie Noa und Aaron an das entsprechende Objekt gelangen.
Was für mich auch nach mehreren Spielstunden noch unklar ist, ist das große Warum hinter all dem. Auch Clios Gegenwartsgeschichte macht nicht hundertprozentig klar, was es mit dieser Hexenwelt auf sich hat und was Noa als Sammlerin überhaupt antreibt, außer ihrem Zirkel anzugehören. Die Steuerung der Katzen könnte sich die von Stray abschauen, weil sie sich dort flüssiger und nicht so hakelig anfühlt. Das größte Manko sind allerdings die Wachen-KI und das Design-Recycling der ganzen Nebenfiguren. Die Wachen sollten auf Noa reagieren, wenn sie sich in ihrem Blickfeld oder Augenwinkel befindet. Das wirkt unrealistisch.
Ansonsten bleibt mir 1666: Amsterdam positiv in Erinnerung und ich bin gespannt, wie es sich im Early Access noch entwickelt.
1666: Amsterdam ist seit dem 25. August 2026 im Early Access für Steam erhältlich.
Artikelbild & Screenshots: Panache Digital Games, Videos: YouTube
Wir haben 1666: Amsterdam im Early Access mit einem Review Key für Steam getestet, bereitgestellt von Warning Up PR.
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