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Echoes of Aincrad: Sword Art Online – Review

Echoes of Aincrad will die Geschichte von Sword Art Online nochmal von vorn erzählen – allerdings aus der Sicht eines eigenen Protagonisten und nicht aus Kiritos Sicht. Das Spiel beginnt für die Spielenden als Beta-Testerinnen und Tester, und die Handlung erstreckt sich parallel zum Anime. Es gelten also die üblichen Regeln: 10.000 Spielerinnen und Spieler loggen sich in Sword Art Online ein, doch dann wird das Spiel für alle Beteiligten zu einem tödlichen Gefängnis. Wer in Aincrad stirbt, stirbt auch in der realen Welt. Doch kann es überzeugen, einen stummen Spielcharakter zu haben, um Aincrad mit all seinen Möglichkeiten wie im Anime zu erleben?

Story von Echoes of Aincrad

Bandai Namcos Echoes of Aincrad setzt parallel zum Anime Sword Art Online an. Jede Spielerin und jeder Spieler erstellt einen eigenen Avatar mit dem Charaktereditor und startet wie Kirito mit der Beta zu Sword Art Online. Dabei werden die Grundmechaniken des Spiels gezeigt, bis der offizielle Start ansteht.

Alle Spielcharaktere werden in Aincrad eingeschlossen und können sich nicht mehr ausloggen. Ein Tod im Spiel bedeutet zugleich auch den Tod in der realen Welt. So wird aus dem MMO-Abenteuer ein Überlebenskampf. Wie im Anime können die Protagonisten aber dazu beitragen, lebend aus dem Spiel zu gelangen. Sie müssen es nämlich beenden.

Die Handlung bleibt dem Grundgerüst des Animes treu, der Protagonist erlebt jedoch seine eigene Geschichte mit eigenen Partnerinnen und Partnern und absolviert unterschiedliche Quests. Diese sind unabhängig vom Anime und bilden einen eigenen Handlungsstrang. Dafür treffen Spieler auf bekannte und neue Verbündete und erleben ihre eigene Geschichte, die parallel zu Kiritos und Asunas Geschichte verläuft.

Längere Missionen und Spielphasen lassen die Geschichte in Aincrad zwischendurch stocken. Die Geschichte wird nämlich zwischen den Missionen und überwiegend in vertonten Dialogen erzählt. Der individuelle Spielcharakter ist allerdings stumm. Echoes of Aincrad hat keinen Einfluss auf die Spielgeschichte, denn diese bleibt rein narrativ und es gibt keine Entscheidungen zu treffen oder alternativen Verläufe zu erleben. Das mindert den Wiederspielwert für die Spieler durchaus.

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Der eigene Charakter, Progression und Partner-System

Zwar wird zu Beginn ein individueller Spielcharakter ausgewählt, doch in der Beta-Phase des Spiels kommt es zunächst seltsam vor, dass noch ein generischer Charakter zum Einsatz kommt. Dies ändert sich, sobald das Death Game beginnt. Das kann für viele neue Spieler von Echoes of Aincrad zunächst verwirrend sein. Im Gegensatz zu Monster Hunter Stories lässt sich der eigene Charakter übrigens nicht mehr anpassen, sobald die Spieler ihn ausgewählt haben. Die Ausrüstung und Waffenwahl entwickeln sich im Verlauf des Spiels durch den Schmied und den Story-Fortschritt.

Die Progression des Charakters erfolgt einerseits ganz klassisch über das Charakterlevel. Dieses steigt durch Erfahrungspunkte, die Spieler durch das Absolvieren zahlreicher Quests oder das Besiegen von Gegnern erhalten. Dadurch steigen automatisch die Grundattribute und Statuswerte des Charakters.

Pro Level gibt es auch Spezialfähigkeiten, die die Spieler auswählen können, um sie im Kampf einzusetzen. Gleichzeitig haben Ausrüstung und Waffen unterschiedliche Attribute, Statuswerte und Fähigkeiten. Dies beeinflusst, wie sich der Charakter im Kampf bewegt: Ein Zweihandschwert lässt sich beispielsweise behäbiger bewegen als der flinke Einsatz von Dolchen. Gleichzeitig haben die Statuswerte und Attribute Auswirkungen darauf, wie viel der Charakter einsteckt. Dazu gibt es Rüstungen von Kopf bis Fuß.

Neben dem eigenen Charakter gibt es verschiedene Partnerinnen und Partner, die einem zur Seite stehen. Diese können vor einer Quest ausgewählt werden. Ihre Fähigkeiten und Waffen beeinflussen dabei, wie die jeweilige Aufgabe im Kampf bewältigt werden kann. Zunächst lernt der Protagonist in der Beta Iori kennen. Später trifft er auf Wyzeman, Zash, Argo oder Stina. Während Iori auf Schwert und Schild setzt, benutzt Zash Zweihandschwerter und Argo Dolche. Dies macht die Gruppenwahl etwas dynamischer und sorgt durch verschiedene Kommentare innerhalb der Quests für Abwechslung. Im späteren Spielverlauf tauchen auch Asuna oder Kirito auf, was dem Ganzen wieder einen vertrauten SAO-Touch verleiht.

Spannende Team-Kämpfe in Echoes of Aincrad mit schnellem Wiederholungsmuster

Trotz des Solo-Gamesplays setzt das Action-Rollenspiel auf ein partnerbasiertes Echtzeit-Kampfsystem mit einem KI-Begleiter. Spielerinnen und Spieler können das Verhalten ihres Begleiters steuern und bestimmen, ob er aktiv oder passiv am Kampf teilnimmt. Sie können auch Fähigkeiten mit Cooldown aktivieren, um gemeinsam durch die Kämpfe zu gleiten. Zu den gemeinsamen Fähigkeiten zählen beispielsweise Heilung, Buffs oder Debuffs sowie Team-Angriffe, die durch die Combo-Leiste gefüllt und dann ausgeführt werden können.

Die Kämpfe in Echoes of Aincrad verfügen über ein überwiegend großzügiges Ausdauersystem. Jede Aktion kostet entsprechend Ausdauer. Dazu zählen beispielsweise leichte und schwere Angriffe, Ausweichen, Blocken und Parieren sowie die Sword Skills. Sword Skills verbrauchen zugleich auch SP. Insgesamt gibt es sechs Waffentypen: Schwert und Schild, Zweihandaxt, Dolche, Rapiere, Zweihandschwerter und Streitkolben. Jeder Waffentyp hat eigene Fähigkeiten, die die Spieler mit der Nutzung der jeweiligen Waffe freischalten können.

Das Kampfsystem ist an sich recht zugänglich, wird aber mit der Zeit trotz freigeschalteter Fähigkeiten recht eintönig. Dennoch macht es Spaß, die Fähigkeiten der verschiedenen Partner gemeinsam mit dem Protagonisten auszuprobieren, bis dieser Punkt erreicht ist. Danach gibt es allerdings keine Progression mehr. Das liegt auch daran, dass sich die Monstertypen im Spielverlauf irgendwann nur noch wiederholen. Wer gerne Neues entdeckt, stößt mit dem Kampfsystem daher irgendwann an seine Grenzen.

Repetitive Quests und Story-abhängige Spielwelt

Die Spielwelt entfaltet sich abhängig vom Story-Fortschritt. Echoes of Aincrad ist keine Open World, sondern verfügt über eigene Städte, offene Spielfelder und Dungeons. Diese lassen sich alle frei erkunden, der Zugang ist aber durch die Hauptquests eingeschränkt. Sobald diese freigeschaltet sind, bleiben sie für den Spielcharakter zugänglich.

Zwischen den Zonen können sich die Spielerinnen und Spieler frei teleportieren. So können Nebenaufgaben auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Die Städte und Dörfer dienen wie in Monster Hunter als Hubs. Dort können sie zur Schmiede gehen, Nebenquests einsammeln, Gegenstände herstellen und einkaufen oder ihre Missionen starten.

In der Schmiede können sie ihre Waffen aufwerten, indem sie Material und andere Waffen verarbeiten. Auch lassen sich Fähigkeiten von Waffen auf andere übertragen. Dieser Vorgang wird in Echoes of Aincrad als Ex-Mods bezeichnet. Die Aufwertungen sind auf jeden Fall spürbar und beeinflussen die Charakterentwicklung sowie die Kämpfe gegen Kreaturen.

Insgesamt gibt es 34 Hauptaufgaben und 60 Nebenmissionen. Die meisten Missionen sind allerdings klassische Hunts oder Material-Sammelaufträge. Sie tragen nicht wirklich zu einem narrativen Gewicht bei. Es fühlt sich eher wie eine Pflicht-Abhakliste an als wie eine Möglichkeit, immer neue Entdeckungen zu machen. Gleiches gilt auch für die Monstervarianz. Meistens werden nur stärkere Kreaturen oder welche mit anderen Fähigkeiten eingesetzt. Für ein Solo-RPG im MMO-Setting von Sword Art Online fehlt es durchaus an Vielfalt und Abwechslung.

Fazit zu Echoes of Aincrad

Echoes of Aincrad schafft es, die Welt von Sword Art Online auf eine neue Art erlebbar zu machen. Der eigene Spielcharakter, die verschiedenen Waffen, Partner und Möglichkeiten zur Charakterentwicklung sorgen für einen gelungenen Einstieg. Auch das Kampfsystem macht zunächst Spaß und bietet durch die verschiedenen Fähigkeiten und Partner einige Möglichkeiten, die Kämpfe unterschiedlich anzugehen. Für Fans des Animes gibt es zudem viele bekannte Charaktere und Orte zu entdecken.

Allerdings fehlt es Echoes of Aincrad mit zunehmender Spieldauer an Abwechslung. Die Missionen wiederholen sich, die Gegnertypen unterscheiden sich teilweise nur durch ihre Stärke oder einzelne Fähigkeiten und auch das Kampfsystem wird dadurch mit der Zeit eintönig. Die eigene Geschichte ist zwar unabhängig vom Anime und verläuft parallel zu Kiritos und Asunas Geschichte, bietet aber keine Entscheidungen oder alternativen Handlungsverläufe. Auch der stumme Spielcharakter wirkt durch die vielen vertonten Dialoge der anderen Figuren etwas ungewöhnlich.

Trotzdem ist Echoes of Aincrad vor allem für Fans von Sword Art Online interessant. Das Spiel bietet die Möglichkeit, Aincrad selbst zu erkunden und dabei eine eigene Geschichte innerhalb des bekannten Szenarios zu erleben. Wer den Anime kennt, wird viele vertraute Charaktere und Situationen wiedererkennen, während der eigene Protagonist seinen eigenen Weg durch Aincrad geht.

Am Ende bleibt Echoes of Aincrad damit ein unterhaltsames Abenteuer für SAO-Fans, das einige gute Ansätze bietet, aber bei der Abwechslung noch Luft nach oben hat. Schließlich gilt auch für den eigenen Charakter: Wenn man in Aincrad überleben will, muss man das Spiel bis zum Ende spielen.

Artikelbild, Screenshots: Bandai Namco, Video: YouTube, Channel: @BandaiNamcoEntertainmentEurope

Echoes of Aincrad – Sword Art Online wurde auf der PlayStation 5 mit einem Review-Key, bereitgestellt von MSM.digital getestet.

Über Chris Adam

Hey, ich bin Chris, bin aktuell als Content Creator im Eigenmarketing tätig und habe zuvor zwei Jahre als Online Marketing Specialist und drei Jahre als Content Editor gearbeitet. Darüber hinaus habe ich Technikjournalismus und PR studiert und eine abgeschlossene Ausbildung als Gestaltungstechnischer Assistent. Gemeinsam mit Lukas habe ich int.ent news 2013 ins Leben gerufen und seitdem schreiben wir mit einer "Corona-Pause" regelmäßig über Games. Meine Lieblingsfranchises sind unter anderem Final Fantasy und The Witcher und ich probiere gern viele Games aus, die eine gute Story zu bieten haben.
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