In 007: First Light schlüpfen Spieler in die Rolle eines jungen James Bond, der seine Doppel-Null-Nummer beim MI6 noch nicht erhalten hat. Als junger Rekrut ist Bond ein Ausnahmetalent und ziemlich rücksichtslos, aber auch mit einem Hauch britischen Charmes ausgestattet. Seine Geschichte erstreckt sich von seiner Zeit als Rekrut über eine emotionale Tragödie bis hin zu seinen ersten Missionen mit seinem Mentor Greenway, in denen er eine weitreichende Verschwörung aufdeckt.
James Bond ist auf der Jagd nach 009.

James Bond auf der Jagd nach 009 in 007: First Light
Nach einer Mission auf Island zieht James Bond die Aufmerksamkeit des MI6 auf sich. M findet Gefallen an Bonds Art, selbst in den konfliktreichsten Situationen ruhig und gelassen zu bleiben. Als dann aber auch noch der abtrünnige 009 auf den Plan tritt, beginnt Bonds globale Verfolgungsjagd und das Wiederaufleben des Doppel-Null-Programms.
Das Gefühl, mitten in einem Action-Abenteuer zu stecken, wird hervorragend vermittelt. Die Zwischensequenzen und Missionen folgen klar der Handlung. In diesen darf Bond nicht nur Qs klassische Gadgets nutzen und teure Autos fahren, sondern erhält auch die Lizenz zum Töten, bis er sich als Doppel-Null-Agent bewiesen hat.
Das Spiel beginnt in Island, führt in ein MI6-Trainingscamp im Nirgendwo und an verschiedene Schauplätze in London. Zudem verschlägt es Bond und sein Team zu einer Schach-Weltmeisterschaft in der Slowakei und auf einen Schwarzmarkt im afrikanischen Mauretanien. Das sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Schauplätze von 007: First Light.
Im Verlauf der Kampagne kommt es deshalb nicht nur zu den klassischen Schleichmissionen, wie man sie aus der Hitman-Reihe von IO Interactive kennt. Das Spiel bietet außerdem filmreife Verfolgungsjagden zu Fuß oder im Auto. Gleichzeitig überzeugt 007: First Light mit glaubhaften Charakteren in einer lebendigen Spionage-Welt.
Ein Agent zwischen Schleichmomenten und eskalierenden Actionszenen
Die Missionen, in die sich James Bond begibt, sind auf vielfältige Weise lösbar. Einerseits kann er den klassischen Agenten-Schleichweg wählen, andererseits kann er sich aktiv in die Action stürzen. Es gibt aber auch alternative Lösungswege, die sich die Spieler ausdenken können, um Qs Gadgets oder die Umgebung interaktiv zu nutzen. Ganz nach dem Motto: Unfälle passieren eben. Dies macht die Wege zu Bonds Zielen durchaus kreativ.
Bevor Bond seine Pistole zieht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, im Spielverlauf mit seinen Gegnern umzugehen. Dazu gehören nicht nur Box- und Nahkampffähigkeiten, sondern auch Schleichaktionen, um Gegner unbemerkt auszuschalten. Selbst in scheinbar eskalierenden Situationen bewahrt Bond zunächst die Ruhe und hat eine bestimmte Anzahl an Bluffs zur Verfügung. Das eröffnet vielfältige Möglichkeiten, ehe Bond seine Lizenz zum Töten einsetzen muss.
Wenn es jedoch dazu kommt, dass Bond seine Waffe zückt, stehen ihm unterschiedliche Waffentypen zur Verfügung: von Maschinengewehren und Schrotflinten bis hin zu seiner klassischen Pistole. Diese kann er auch von seinen Gegnern als Loot nehmen. Es kommt auch darauf an, wo Bond seinen Gegner trifft. Er kann sie bei einem Schuss auf die Hände entwaffnen oder in die Knie schießen, um nicht tödliche Takedowns auszuführen.
Auch die Umgebung zu nutzen, um Gegner kampfunfähig zu machen, ist ein Kniff, der es von bloßen Shooter-Einlagen abgrenzt. Wem das alles zu unübersichtlich wird, kann auf Bonds Fokus zurückgreifen und die Zeit für einen kurzen Moment verlangsamen.
Feinde können so unterschiedlich sein
Die Feinde sind unterschiedlich schwer ausgerüstet und lassen sich unterschiedlich besiegen. Neben einfachen Soldaten bekommt es Bond auch mit schwer gerüsteten Anführern, Spezialisten oder anderen Elitegegnern zu tun. Sie alle haben zwar ihre Schwachstellen, doch aufgrund ihrer Spezialitäten sind sie im Kampf schwieriger zu besiegen.
Beim Anspielen ist mir allerdings aufgefallen, dass es diverse Bugs seitens der Gegner gab, wenn diese zwar in Alarmbereitschaft waren, Bond aber noch nicht entdeckt hatten. Ein Gegner hat sich beispielsweise nach dem Herunterlassen einer Brücke an deren Geländer festgehängt und hätte Bond jederzeit verraten können, da Bond die Brücke so nicht passieren konnte, ohne gesichtet zu werden. Es fehlt also definitiv noch an Feinschliff, weitere Patches sind erforderlich.
Qs Spielkiste: Die Gadgets machen den Spionage-Unterschied
Als MI6-Agent hat James Bond selbstverständlich Zugriff auf Qs einzigartige Gadgets. Diese sind auf Kampf- und Stealth-Aktionen ausgelegt. In der Missionsvorbereitung im Q-Lab sieht Bond, welche Gadgets ihm zur Verfügung stehen, und wählt aus, welche er auf die jeweilige Mission mitnimmt. Mit fortschreitendem Storyverlauf wächst das Arsenal an Gadgets.
Mit der Q-Lens erhalten Spieler beispielsweise einen Überblick über die jeweilige Situation, wenn sie diese aktivieren. Die Q-Lens zeigt an, welche Gegner sich in der Nähe befinden und welche Möglichkeiten die Umgebung bietet. Die Q-Watch gibt hingegen die Möglichkeit, Objekte zu hacken, beispielsweise Kameras auszuschalten oder elektronische Geräte zu überspannen.
Ein weiteres Beispiel ist das Dart Phone, mit dem Dartpfeile abgeschossen werden können. Das sorgt für Verwirrung bei einzelnen Gegnern, wenn Bond sie im richtigen Moment trifft. Dies ist nur eine Auswahl des Q-Gadget-Arsenals, auf das Bond zurückgreifen kann, um seine Missionen zu bestehen.

TacSim und Collectibles
Wem die Welt nicht genug ist, oder besser gesagt die Herausforderungen im Spielverlauf nicht ausreichend, der kann auf das TacSim zurückgreifen oder klassisch Collectibles sammeln. Bei TacSim handelt es sich um ein immersives Agententraining, bei dem sich Bond weiteren Herausforderungen innerhalb eines Simulators stellen kann – ganz abseits der Hauptstory. Über ein Leaderboard können sich Spieler im TacSim global mit anderen Spielern messen. Für das Absolvieren der TacSim-Missionen schalten Spieler Progression, also weitere Herausforderungen, frei und erhalten pro Abschluss Erfahrungspunkte.
In den Spielmissionen gibt es hingegen unterschiedliche Sammelobjekte, die die Spieler dazu animieren sollen, etwas gründlicher in Bonds Missionen zu schauen. Beispiele hierfür sind Postkarten, Spielkarten à la Casino Royale oder Mementos in Form von kleinen Souvenirs, die zur jeweiligen Spiellocation passen.
Beides erhöht auf jeden Fall den Wiederspielwelt von 007: First Light. Wem aber Collectibles eher egal sind, dem dürfte dieser Faktor für ein erneutes Durchspielen auch egal sein.
Fazit zu 007: First Light
007: First Light überzeugt vor allem durch eine dichte James-Bond-Spionage-Atmosphäre mit einem jungen, überzeugenden Bond. Die Inszenierung aus Agenten und Actionhelden funktioniert vor allem durch seine Vielfalt innerhalb der Missionen selbst und dessen kreativen Lösungswegen. 007: First Light zeigt nicht nur filmreife Bond-Action, sondern kombiniert diese mit der IOI-DNA durch Hitmans Stealth-Elemente.
Dennoch zeigt 007: First Light einige Schwächen bei der Gegner-KI. Bestimmte Situationen wirken unzuverlässig, wodurch für einige Moment die Immersion reißen kann. Diese technischen Schwächen sollten durch weitere Patches behoben werden, um James Bond zu einem Kandidaten für eines der Game of the Year 2026 zu werden.
007: First Light ist sehr ambitioniert, abwechslungsreich und besonders stimmungsvoll. Es fehlt jedoch an technischem Feinschliff.
007: First Light wurde getestet mit einem Review Key für PlayStation 5, bereitgestellt von Marchsreiter Communications.
Artikelbild & Screenshots: IO Interactive/IOI, Video: YouTube, Channel: @PlayStation
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