In Vampires: Bloodlord Rising schlüpfen Spieler in die Rolle von Dragos. Er überlebte nur knapp einen Vampirangriff und wird selbst zum Geschöpf der Nacht. Die Handlung spielt dabei im fiktiven Sangavia. Sangavia ist eine düstere, mittelalterlich geprägte Region mit Anlehnung an osteuropäische Vampir-Folklore. Vampire stehen hier an der Spitze der Nahrungskette und bestimmen das Machtgefüge der Spielwelt.
Dragos: From Zero to Vampire-Hero
Dragos muss praktisch bei Null starten, bis er seine Vampirfähigkeiten voll entfalten kann. Seine Motivation ist allerdings klar definiert: Er will seinen Einfluss vergrößern, seine Burg ausbauen, Diener rekrutieren und ein eigenes Vampirreich errichten.
Doch Dragos selbst hat keine weiße Weste, sondern eine dunkle Vergangenheit. Diese entfaltet sich mit dem Spielverlauf, doch bleibt er im Early Access noch uneindeutig. Die Entwickler erzählen die Geschichte klassisch über einen Questlog und einer linearen Storyline. Dabei trifft Dragos auf Menschen, andere Vampire und die fanatische Inquisition als zentrale Gegenspieler zu den Vampiren.
Die Dialoge sind überwiegend vertont, jedoch recht starr und statisch. Entscheidungsoptionen sind zwar minimal vorhanden, jedoch haben sie keine erkennbaren Auswirkungen auf den Spielverlauf.
Der Vampirfürst steht im Early Access noch am Anfang seiner Aufgaben. Die Story dient mehr als Gerüst für Gameplay und Progression. Optionale narrative Elemente oder tiefgreifende Konsequenzen sind noch nicht vorhanden. Dies sollte sich jedoch im Lauf des Early Access oder in Richtung Spielveröffentlichung sichtbar bessern.

Die offene Spielwelt Sangavia
Die offene Spielwelt in Sangavia ist zunächst nicht vollständig freigeschaltet, sondern im Kriegsnebel verhüllt. Dragos beginnt seine Geschichte in der Region Medresti, wo sich auch der Nexus befindet. Den Nexus muss Dragos regelmäßig mit Blut versorgen, um die Progression voranzutreiben. Dies geht Hand in Hand mit dem Ausbau der Burg und der Erkundung der Spielwelt.
Insgesamt gibt es noch drei weitere freischaltbare Spielregionen. Von einem modrigen Sumpf über einen fantasievollen Waldhain bis hin zu einem felsigen Lava-Areal ist für alles gesorgt. Jedes Biom hat seine eigenen Gegner-Typen, Ressourcen, Dörfer, aber auch Geheimnisse, die Spieler entdecken können. Pro Region gibt es auch Dörfer, in denen Dragos potenzielle Menschen in Vampir-Vasallen verwandeln kann.
Es ist jedoch Vorsicht geboten: Dragos kann seine Gestalt wandeln, sodass er bestenfalls als Aristokrat in besiedelten Gebieten auftaucht und nicht in seiner Vampirgestalt. Dies hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Dorfbewohner auf Dragos als Vampirfürsten und lockt bei mehrmaligem Vergehen die Inquisition an. Im Spielverlauf kann sich Dragos aber auch in eine Fledermaus verwandeln, was zwar den Blutverbrauch ankurbelt, aber die Spielwelt typisch Vampir erkunden lässt.
Die Spielwelt ist groß genug und lädt zum Erkunden ein. Dass Dragos aufpassen muss, wem er in welcher Gestalt gegenübertritt, verstärkt die Immersion und macht Sangavia glaubhafter.
Vampires: Bloodlord Rising mit dem eigenen Vampirschloss
Dragos baut sein Vampirschloss von Grund auf neu. Dabei hat er Wände, Böden, Dächer, Treppen, Flurelemente, Möbel und Dekorationen zur Auswahl. Spieler können ihre Festung entweder im klassischen mittelalterlichen oder im starken gotischen Stil gestalten. Die Wahl bleibt dem Spieler überlassen, ist aber ein zentrales Spielelement in Vampires: Bloodlord Rising. Wichtig bleibt aber in jedem Fall immer den Nexus mit Blut zu versorgen, um die Spielprogression voranzutreiben.
Mittels des Bau-Menüs wie auch schon in Medieval Dynasty oder Sengoku Dynasty weiß Bloodlord Rising seine Stärken beim Schlossbau zu zeigen. Das Spiel arbeitet mit Blaupausen, sodass Dragos sein Schloss bereits planen kann, auch wenn noch nicht alle Ressourcen zur Verfügung stehen.
Anschließend können mithilfe seiner Vasallen Aufgaben delegiert werden. Diese können entweder fehlende Ressourcen sammeln oder direkt beim Bau der Festung helfen. Gleichzeitig kann Dragos Werkbänke errichten und Diener zuweisen, die die Materialien weiterverarbeiten. Ein Beispiel dafür ist die Verarbeitung von Holz zu Holzbrettern.
Die Kombination aus frei planbaren, mehrstöckigen Schlosselementen hebt Vampires: Bloodlord Rising von herkömmlichen Survival-Basenbau-Systemen ab. Die Automatisierung der Diener und die Möglichkeit, seine Einrichtung nach Belieben zu kreieren, ist sogar das Sahnehäubchen für das Survival-Rollenspiel. Spieler von V Rising aber auch von Medieval Dynasty fühlen sich gleich zu Hause und an ähnliche Gameplay-Elemente erinnert, nur eben als Vampirfürst und aus einer Third-Person-Perspektive.
Kämpfen als Vampirlord Dragos
Die Kämpfe sind einfach gestaltet und entfalten sich über Action-Elemente hinaus nicht bemerkenswert. Dragos kann normale und schwere, aufladbare Angriffe im Nahkampf ausführen. Es gibt ein Zeitfenster, in dem Dragos kontern kann. Alternativ kann er ausweichen, wobei er durch den Gegner hindurchsaust. Die Inquisition ist anfangs recht gnädig mit dem Vampirfürsten, was sich im Spielverlauf ändert – entweder aufgrund der Menge oder der Hartnäckigkeit der Gegner.
Auch wenn Blut für Dragos’ Überleben zentral ist, kann er bei den Mitgliedern der Inquisition keine Fangzähne ansetzen. Sie haben ihr Blut extra vergiftet, sodass der Vampirfürst bei einem Biss direkt sterben würde. Dragos bezieht sein Blut daher aus tierischen Quellen oder von menschlichen Dorfbewohnern.
Es gibt Bosskämpfe, bei denen es neben kleinen cineastischen Einführungen bestimmte Angriffstypen gibt. Dazu zählen etwa gelbe und rote Angriffe sowie Markierungen auf dem Boden für Flächenangriffe. Um diese Kämpfe zu bestehen, muss sich der Vampirfürst daher geschickt positionieren oder ausweichen.
Fazit: Der Early Access zu Vampires: Bloodlord Rising
Vampires: Bloodlord Rising ist noch kein Full-Release-Kandidat, macht aber seine ersten Aspekte richtig. Dragos’ Geschichte dient vorerst als Skelett, an dem noch viel Fleisch fehlt. Genau hier nutzen die Entwickler den Early Access, um Spielerfeedback einzubinden.
Die Vision wirkt ausgereifter als das aktuelle Gerüst. Die Kämpfe sind bislang einfach gehalten und bieten noch wenig taktische Tiefe. Deutlich stärker präsentiert sich dagegen der Burgbau. Der Ausbau der eigenen Vampirfestung und die Verwaltung der Vasallen gehören bereits jetzt zu den größten Stärken des Spiels und verleihen dem Survival-Rollenspiel eine klare Identität.
Wer Spaß daran hat, sein eigenes Vampirschloss zu errichten und eine Gefolgschaft aufzubauen, kann bereits jetzt einen Blick riskieren. Spieler, die mehr Wert auf eine ausgearbeitete Story oder komplexe Kampfsysteme legen, sollten hingegen noch etwas Geduld mitbringen.
Artikelbild & Screenshots: Toplitz Productions, Videos: YouTube
Getestet habe ich Vampires: Bloodlord Rising mit einem Early Access-Key für Steam, bereitgestellt von Toplitz Productions.
int.ent news Dein Online-Magazin zur Videospielwelt mit News, Reviews, Trends, Events und Guides. 