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MIO Review: Metroidvania im Orbit

MIO: Memories In Orbit haben wir uns letztes Jahr ausgiebig auf der Gamescom 2025 angeschaut. Das Spiel von Entwickler Douze Dixiemes und Focus Home ist ein klassisches Metroidvania in 2D. Davon gibt es ja bekanntlich eine ganze Menge. Die Frage ist: ist ausgerechnet MIO eure Zeit wert? Und muss sich das Spiel an dem letztes Jahr erschienenen Hollow Knight: Silksong messen? Wir haben es ausführlich für euch getestet.

Mysterien der Arche

MIO ist ein kleiner Roboter, der plötzlich auf der Arche im Weltraum aufwacht, ohne eine Erinnerung daran zu haben, warum ausgerechnet er und ausgerechnet jetzt erwacht ist.

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Die Arche ist eine Art Raumstation mitten im All, geprägt von hochmoderner Technologie, aber auch von dem Verfall, der hier stattgefunden. Irgendetwas ist hier in der Vergangenheit passiert, und hat dazu geführt, dass weite Teile der Arche entweder abgeschaltet sind oder verrückt spielen.

Mios Ziel ist es somit, aufzudecken, was in der Arche geschah, und deren verschiedene Winkel zu erkunden. Dabei trifft er sowohl auf freundliche als auch auf feindselige Roboter, die ihn in Kämpfe verwickeln. Aber nicht nur hier lauern Gefahren, sondern auch in der Umgebung. Die Arche ist nämlich viel organischer, als man es von einer Maschinenkonstruktion erwarten würde. Wie in einem Körper sind deren verschiedene Bereiche in Organe unterteilt, und diese unterschiedlichen Bereiche präsentieren sich Mio als Biome. So kann es beispielsweise sein, dass Mio sich plötzlich durch vereiste Räume kämpfen muss und jeder Schritt zu einer Rutschpartie wird.

Wie bei manch anderem Genrevertreter präsentiert sich die Story bewusst kryptisch. Statt klaren Erklärungen oder Zwischensequenzen deckt Mio erst nach und nach auf, was auf der Arche vor sich geht. Und das zumeist über Dokumente, Erinnerungsfetzen oder die Umgebung selbst.

Robotastische Kämpfe und ein wenig Orientierungslosigkeit

Ähnlich wie bei den Hollow Knight-Spielen liegt der Fokus bei MIO auf zwei Grundmechaniken: den Kämpfen und den Akrobatikeinlagen. Die Kämpfe sind dabei durchaus knackig – und die Lebensenergie begrenzt. Das hat zur Folge, dass Mio an mancher Stelle schnell den Löffel abgibt. Dazu kommt, dass die Speicherpunkte nicht wie Kabel überall herumliegen, sondern ein gewisses Backtracking notwendig machen. MIO ist aber keinesfalls ein unfaires Spiel.

Insbesondere in den Bosskämpfen zeigt sich, dass Geduld und das Erlernen der Spielmechaniken belohnt werden. Und diese Momente zählen zu den großen Highlights in MIO. Außerdem ist der Roboter nicht ganz hilflos: passend zum Setting kann er auf der Arche verschiedene Bauteile finden, mit denen er sich an Speicherpunkten Modifikationen einbaut – die beispielsweise neue Angriffe freischalten oder die Lebensenergie erhöhen.

Wenn es mal eher artistisch zugeht, greift MIO auf die typische Progression in Metroidvania-Spielen zurück: nach und nach erlernt der kleine Roboter neue Fähigkeiten, die ihm die Fortbewegung erleichtern und es ermöglichen, Gebiete zu betreten, die vorher unerreichbar schienen. Generetypisch hierbei ist auch, dass die Arche sehr unübersichtlich ist, und so mancher Winkel erst entdeckt werden muss. Da verläuft man sich schnell, aber insbesondere das macht auch den Reiz bei der Erkundung aus.

Melancholische statt düstere Stimmung

Bei den Worten Arche und Raumstation kommen Erinnerungen an ein gewisses Dead Space auf. Natürlich ist MIO aber kein Horrorspiel und auch kein Survival-Action-Game. Statt düsterer Gänge, hat die Arche ein Farbenrepertoire zu bieten, das eher an eine Kunstgallerie erinnert. Dadurch entsteht trotz der Schwierigkeit des Spiels eine gewisse Wärme.

In Kombination mit dem wunderbaren Soundtrack entsteht eine melancholische, träumerische Atmosphäre. Dies motiviert zusätzlich, herauszufinden, was an diesem eigentlich so schönen Ort geschehen ist.

Fazit: ein Ausflug in den Orbit, der seine Zeit wert ist

MIO: Memories in Orbit ist ein Spiel, bei dem Vergleiche zu Hollow Knight und anderen Genrevertretern berechtigt sind. Kommt es dabei an die Komplexität eines Silksong ran? Nein! Ist das denn ein Problem? Auch nein!

Denn dieses Spiel setzt viele eigene Akzente und hat bringt vor allem künstlerisch einen ganz besonderen Stil mit, der es von anderen Spielen absetzt. Die Vergleiche sind aber ohnehin unnötig, da sich die meisten Silksong-Veteranen jetzt bereits nach neuem Futter sehnen dürften. MIO: Memories in Orbit bietet eine spannende Welt mit knackigen Kämpfen, mit einer rund fünfzehn Stunden langen Story, die die Zeit wert ist. Wer auch nur ansatzweise etwas für Roboter übrig hat und sich von einem gewissen Schwierigkeitsgrad nicht abschrecken lässt, sollte dem Spiel unbedingt eine Chance geben!

Artikelbild, Video & Screenshots: @Playstation, Douze Dixiemes/Focus Home Entertainment.

Getestet wurde MIO: Memories In Orbit mit einem von Focus Home Entertainment bereitgestellten Key auf der Playstation 5 Pro.

Über Jan Drescher

Hi, ich bin Jan. Ich arbeite für einen internationalen Pharmakonzern und schreibe in meiner Freizeit Romane. An dieser Stelle gehe ich meinem Videospiel-Enthusiasmus nach und berichte zusammen mit Chris über Gaming-relevante Themen.
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