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The Dark Pictures Anthology: Little Hope – Review

Supermassive nimmt den Spieler auf eine gruselige Reise in das verlassene Städtchen Little Hope mit, in denen einst die Hexenprozesse stattgefunden haben.

Der Weg nach Hause von einem Dozenten und vier seiner Studenten wird von einer Umleitung durch das düstere Dorf unterbrochen. Dort verunglückt der Bus prompt, sobald er beinahe ein Mädchen überfährt, woraufhin die Reisegruppe erstmal in Little Hope gestrandet ist. Es ist jedoch nicht nur mitten in der Nacht, sondern auch der Busfahrer ist verschwunden, sodass die Studenten nach Hilfe suchen müssen. Allerdings ist Little Hope kein Ort, an dem man nach Hilfe suchen sollte.

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Zwischen Geistern und anderen Gefahren erlebt der Spieler eine ausgereifte Geschichte rund um die Hexenverbrennungsprozesse. Verschiedene Hinweise führen zu vergangenen Tagen, wodurch die Charaktere nicht nur mehr über das Dorf erfahren, sondern auch über die Menschen, die einst dort lebten. Doch ist alles miteinander verbunden, sodass der Nebel, der einen Schleier um Little Hope legt, einen stets verfolgt. Dazu schlüpfen die Spieler in die Rolle des Professors John sowie die Studenten Angela, Taylor, Daniel und Andrew.

Entscheidungen haben Konsequenzen

Wie auch schon in Man of Medan oder Until Dawn, gibt es in Little Hope zahlreiche Entscheidungen, die der Spieler treffen muss, um weiterzukommen. Dies schaltet wie auch schon in Man of Medan Charaktereigenschaften frei oder stärkt Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren. Allerdings bringen schwach Bände auch ernsthafte Konsequenzen mit sich, sodass, wenn sich zwei Charaktere nicht ausstehen können, sie ernsthafte Todesabsichten haben können.

Je tiefer das Dorf die Figuren in ihren Bann zieht, desto mehr erfahren sie darüber, warum es so heruntergekommen aussieht und welche Gefahren drohen. So nimmt sich Little Hope aber auch klassische Klischees als Vorbild, sodass jederzeit mit Jump Scares oder Quick-Time-Events gerechnet werden kann.

In Quick-Time-Events werden Spieler nicht mehr einfach hineingeworfen, sondern sie werden kurz vorab angekündigt und es wird gezeigt, ob geklettert, richtig aufgetreten, der Herzschlag gemessen oder eine andere Aktion durchgeführt wird.

Atmosphäre und Scarejumps

Die Atmosphäre in Little Hope ist durchaus stimmig und nimmt einen auf den Trip durch den Ort mit. Passende Horrorelemente sind ebenfalls mit eingebunden, sodass musikalische Untermalung für den richtigen Gruselfaktor sorgt. Die drückende Stimmung erweckt durchaus dafür, dass man sich in das Spiel hineingesogen fühlt und bringt eine gelungene Immersion mit sich. Unabhängig davon, ob sich der Charakter jetzt in der Kirche, auf dem Friedhof oder draußen auf einer Straße befindet, wirklich sicher fühlen sich die Charaktere vermutlich erst, wenn sie wieder aus der Stadt heraus sind.

Die meisten Rückblenden werden damit eingeläutet, dass ein Geist den Charakter berührt. Diese erscheinen teilweise aus dem Nichts, oder wenn einer der Studentengruppe einen Gegenstand aufhebt. Wirklich schreckhaft sind diese Geistererscheinungen jedoch eher selten und sind im Lauf des Spiels eher etwas nervtötend, auch wenn der Zusammenhang zwischen Gegenwart und der Vergangenheit auf diese Art und Weise erklärt wird.

Technische Mängel

Gerade in der deutschen Sprachausgabe ist auffällig, dass es zahlreiche Hakeleien gibt. Nicht nur, dass die Sprache plötzlich Ausfälle hat, sondern zwischendurch verschwindet die Tonspur komplett. Auch in der ein oder anderen Rückblende tauchte plötzlich die englische Tonspur auf, was den Spielspaß und die Immersion auf Deutsch zumindest trüben dürfte. Leider betrifft dies auch die immer noch püppchenartig aussehende Lippensynchronisation und Charakterdarstellung. Es ist durchaus nett, dass Little Hope Motion Capturing benutzt, jedoch wirkt sie sehr steif und unausgereift.

Fazit zu The Dark Pictures Anthology: Little Hope

The Dark Pictures Anthology: Little Hope macht vieles besser als Man of Medan. Quick-Time-Events werden angekündigt und der Spieler nicht blindlings ins kalte Wasser geworfen, eine dichte Atmosphäre sorgt für das richtige Ambiente und eine verwobene Geschichte macht aus der Vergangenheit Gegenwart.

Das alles wäre ziemlich überzeugend, wären da zum einen nicht die technischen Aussetzer und zum anderen die eher nervtötenden Scarejumps. Diese zerstören mitunter ziemlich stark das gesamte Auftreten des ganzen Spiels, was nicht unbedingt frustrierend, aber schon nervtötend sein können.

Wer sich von diesen Mängeln jedoch nicht stören lässt, der bekommt eine durchaus spannende Geschichte erzählt über die Hexenprozesse aus Salem, Little Hope und wie sie mit der Gegenwart verknüpft sind.

Artikelbild, Screenshots, Video: Bandai Namco/Supermassive

Getestet wurde The Dark Pictures Anthology: Little Hope auf der PlayStation 4 mit einem Rezensionsmuster, bereitgestellt von MSM.digital und Bandai Namco.

Über Chris Heinen

Hey, ich bin Chris, bin German Content Editor und habe Technikjournalismus und PR studiert. Auf int.ent news schreibe gemeinsam mit Lukas, Maik und Jan hier und kümmere mich um die organisatorischen und redaktionellen Belange.