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Dandara: Trials of Fear Edition: Review

In Dandara: Trials Of Fear Edition erwartet die Spieler ein 2D-Metroidvania-Plattformer, der in der mysteriösen Welt Salz spielt. Kann das neue Spiel von Long Hat House überzeugen?

Der Traum vom Teleportieren wird wahr

Dunkelheit ist über das Salz hergezogen und hat seine Bewohner zum Rückzug gezwungen. Die meisten Menschen verstecken sich in ihren Häusern oder sind ganz verschwunden. Nur Dandara, die Protagonistin des Spiels, die lose auf der brasilianischen Heldin Dandara basiert (die während der Kolonialzeit zahlreiche Sklaven befreite), kann das Salz retten. Und das ist auch schon alles, was die Story zu Anfang von sich preis gibt. Die Geschichte ist definitiv nicht das Herzstück von Dandara. Allerdings sind im Salz einige schräge Persönlichkeiten beheimatet, die durchaus unterhalten können.

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Das Besondere an Dandara ist ihre Art der Fortbewegung. In den 2D-Umgebungen lässt es sich nicht einfach laufen und springen. Stattdessen teleportiert sich Dandara von gesondert markierten Stellen hin und her. Das funktioniert recht flott, wenngleich es auch bedeutet, dass der Spieler Dandara die Plattform zeigt, zu der sie sich teleportieren soll. Damit verläuft die Fortbewegung ähnlich statisch wie bei manchem VR-Spiel, das auf Teleport-Bewegung setzt. Durch Fallen und Gegner wird es dennoch notwendig, schnell zu reagieren und sich gut zu überlegen, ob ein Sprung sinnvoll ist oder nicht. Denn die Reichweite dieser Teleportation ist so eingeschränkt, dass nur gegenüberliegende oder schräg anliegende Plattformen zu erreichen sind. Insgesamt ist diese Art der Fortbewegung aber sehr erfrischend und geht gut von der Hand.

Eine opportunistische Welt

Das Spiel setzt auf einen Retro-Look, der durchaus seinen Charme hat. Die Welt kommt trotz dieses Grafik-Stils sehr skurril daher, auch das tut dem Spiel gut. Was allerdings die Fortbewegung durchaus erschwert, ist die Karte. Zwar zeigt das Spiel auf Knopfdruck an, in welchem „Raum“ sich Dandara gerade befindet, eine genaue Position mittels eines Punktes oder Ähnliches ist aber nicht vorhanden. Das macht es das ein ums Andere mal schwierig, wenn ein Gebiet viele Ausgänge hat.

Um sich gegen die angesprochenen Feinde zu verteidigen, kann Dandara Blitzbälle verschießen, die sie zuvor auflädt. Ihre Feinde stürmen dagegen auf sie zu oder schießen ihrerseits mit Feuerbällen und anderem. Es braucht nur sehr wenige Treffer und Dandara ist tot. Im Spiel gibt es auch Bosskämpfe, die den Sprung von Plattform zu Plattform ebenso gut nutzen und nicht minder schwer sind.

Nun aber zum großen Aber: Das Leveldesign hat einige derart frustrierende Stellen inne, dass ein wirklich großes Frustvermögen beim Spielen unerlässlich ist. Das bezieht sich nicht auf die Gegner, auch nicht auf Fallen. Schon sehr früh im Spiel bekommt es Dandara mit Plattformen zu tun, die sich bewegen, wenn sie auf eine bestimmte Stelle springt. Hier sind Timing und gute Entscheidungen gefragt, da die Plattformen bei einem Fehler meist nicht zurückbringbar sind. In dem Fall muss Dandara Umwege gehen, die zu einem unnötig wirkenden Backtracking führen. Und da viele Wege erst durch Fehler offensichtlich werden, kann dies schnell nerven. Hier hätte dem Spiel doch eine Schnellspeicherfunktion gut getan – oder zumindest eine bessere Karte.

Der Name Trials of Fear Edition weist übrigens darauf hin, dass es sich um eine erweiterte Edition des Hauptspiels handelt. Konkret wurden einige neue Gebiete hinzugefügt, inklusive einem neuen Boss. Das schadet dem Spiel definitiv nicht. Der Umfang ist ingesamt auch nicht gigantisch, für den Preis des Spiels aber sehr fair.

Fazit zu: Dandara: Trials of Fear Edition

Lange war ich von einem Spiel nicht mehr so hin- und hergerissen. Dandara: Trials of Fear Edition hat mit seiner Art der Fortbewegung einen wirklich interessanten Ansatz. Und auch die Bosskämpfe machen viel Spaß. Ich finde allerdings, dass aus dem Konzept deutlich mehr hätte werden können. Das an manchen Stellen auf Wiederholung und Backtracking ausgelegte Leveldesign hat mich manchmal wirklich zur Verzweiflung getrieben. Diese Art von Backtracking sollte selbst in einem Metroidvania heutzutage nicht mehr anzutreffen sein.

Deswegen ist Dandara: Trials of Fear aber lange noch kein schlechtes Spiel. Letztlich habe ich mich doch ganz gut unterhalten gefühlt. Wer Metroidvanias mag und von den erwähnten Schwächen her nicht vollkommen abgeneigt ist, sollte sich das Spiel durchaus mal ansehen.

Getestet wurde Dandara: Trials of Fear Edition mit einem von Raw Fury bereitgestellten Key auf der PS4 Pro.

Artikelbild, Screenshots und Trailer: Raw Fury.

Über Jan Drescher

Hi, ich bin Jan. Nach erfolgreichen Ausflügen in die Welt der biologischen und sprachwissenschaftlichen Bachelorprogramme bin ich nun im Master für Wirtschaftswissenschaften und Sprachen des Ostseeraumes. Seit meiner Kindheit leidenschaftlicher Verfasser von Romanen, gehe ich an dieser Stelle meinem Videospiel-Enthusiasmus nach und schreibe zusammen mit Chris, Lukas und Maik über Gaming-relevante Themen.

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