Bayonetta Vanquish Bundle

Bayonetta & Vanquish 10th Anniversary Bundle: Review

Lange ist es her: Platinum Games bringt mit dem Bayonetta & Vanquish 10th Anniversary Bundle zwei besonders beliebte Spiele auf Xbox One und PS4. Seit dem 18. Februar ist das Bundle erhältlich. Wie viel Spaß machen beide Spiele auch heute noch? Das erfahrt ihr hier im Test.

Bayonetta: Zwischen Engeln und Hexen

In Bayonetta geht es um gleichnamige Hexe, die nach einem langen Schlaf erwacht und nicht genau weiß, wer sie ist und warum sie überhaupt so lange geschlafen hat. Vieles ist am Anfang der Geschichte also unklar. Dabei legt Bayonetta den Fokus ganz klar auf die Kämpfe. Gegen die bizarren Engelwesen, die sich ihr in den Weg stellen, ist sie mit ihren Fähigkeiten bestens gerüstet. Denn sie kann sich verschiedenen Schwertern, gleich vier Schusswaffen und ihren Hexenfähigkeiten bemächtigen.

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Als Action-Spiel wirft Bayonetta den Spieler auch direkt in das Geschehen. Nach einer kurzen Einleitungssequenz, in der es sich bereits kämpfen, aber nicht sterben lässt, findet Bayonetta sich auf einem Friedhof wieder. Hier werden dem Spieler die Grundmechanismen der Kämpfe beigebracht. Das Kämpfen selbst geht sehr flott von der Hand und ist je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad sehr herausfordernd oder sehr einfach. Im Spielverlauf bekommt Bayonetta es mit immer bizarreren Gegnern zu tun, die allesamt aus dem Himmel kommen. Darunter finden sich auch einige Bosskämpfe. Zwischen den Kapiteln gilt es, sich in einem kleinen Moorhuhn-ähnlichen Minispiel Spezialfähigkeiten freizuspielen. Rollenspielelemente im eigentlichen Sinne gibt es nicht, dafür kann Bayonetta zwischendrin neue Waffen oder Upgrades kaufen.

Wer auf actionreiche Kämpfe, eine groteske Welt und sehr interessantes Gegnerdesign steht, für den ist Bayonetta auf jeden Fall das Richtige. Ein Spieldurchgang dauert je nach Schwierigkeitsgrad 7 bis 15 Stunden. Für den Abschluss der Missionen werden außerdem Rankings vergeben – wer überall den besten Rang erzielen will, kann noch einmal deutlich mehr Zeit mit dem Spiel verbringen.

Vanquish: ein anspruchsvollerer Deckungsshooter

In Vanquish müssen Spieler in der Rolle vom Soldaten Sam eine Weltraumkolonie retten – an der nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft der Erde liegt. Anders als bei Bayonetta sind Protagonisten und Antagonisten des Spiels von Anfang an sehr klar, auch die Mission ist simpel. Sam besitzt einen Spezialanzug, mit dem er schnell über den Boden schlittern kann. Das ist besonders sinnvoll, um zwischen freiem Feld und Deckungen zu wechseln. Per Knopfdruck kann Sam sogar die Zeit anhalten, dies ist allerdings nur für wenige Sekunden möglich.

Die Kämpfe finden in der 3rd-Person-Perspektive statt. Sich hinter Vorsprüngen verschanzen und aus der Deckung ballern reicht allerdings nicht – bei vielen Feinden muss Sam erstmal den Schwachpunkt des Gegners identifizieren. Das kann – trotz der vielen Shooter, die seit der Erstveröffentlichung von Vanquish das Genre geprägt haben, durchaus heute noch Spaß machen.

Ähnlich wie Bayonetta hat das Spiel eine Story, die sich nicht besonders ernst nimmt und an vielen Stellen einen ähnlichen Humor aufblitzen lässt. Wem eine ernste Story wichtig ist, wird Vanquish vermutlich nicht gefallen. Wer aber nach Shooter-Stoff sucht, kommt hier auf seine Kosten – auch, weil Vanquish ähnlich Bayonetta viele Schwierigkeitsgrade zur individuellen Modifikation bietet.

Wie gut ist die Portierung?

Auf Xbox One X und Playstation 4 Pro lassen sich die Spiele auch in 4K bei 60 Bildern pro Sekunde spielen. Allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide Spiele etwa zehn Jahre auf dem Buckel haben. Die Farben der Spiele hätten vielleicht noch etwas aufgehübscht werden können. Es handelt sich bei dem Bundle also wirklich „nur“ um eine Portierung der Spiele auf die aktuelle Konsolengeneration. Immerhin laufen beide Spiele auch wirklich flüssig und machen den Konsolen keine Probleme.

Fazit: Schnörkellose Portierung von zwei immer noch unterhaltsamen Spielen

Technisch reißen Bayonetta und Vanquish keine Bäume aus – schlechter sind die Spiele deswegen aber nicht geworden. Ganz im Gegenteil. Besonders Bayonetta ist bis heute die vielleicht einzige wirklich gute Alternative zu Devil May Cry. Da wundert es auch nicht, dass beide Spielereihen den gleichen Schöpfer haben. Für Neulinge ist das Bundle durchaus zu empfehlen. Ob es sich für Spieler lohnt, die beide Spiele schon gespielt haben, das muss letztlich jeder entscheiden – von technischer Seite her hat sich nicht viel getan. Besonders ein erneutes Spielen von Bayonetta könnte aber darüber hinwegtrösten, dass bis zur Veröffentlichung von Bayonetta 3 vermutlich noch etwas Zeit vergehen wird.

Getestet wurden die Spiele mit einem von Koch Media bereitgestellten Key auf einer Xbox One S. Artikelbild und Screenshots: Platinum Games.

Über Jan Drescher

Hi, ich bin Jan. Nach erfolgreichen Ausflügen in die Welt der biologischen und sprachwissenschaftlichen Bachelorprogramme bin ich nun im Master für Wirtschaftswissenschaften und Sprachen des Ostseeraumes. Seit meiner Kindheit leidenschaftlicher Verfasser von Romanen, gehe ich an dieser Stelle meinem Videospiel-Enthusiasmus nach und schreibe zusammen mit Chris, Lukas und Maik über Gaming-relevante Themen.

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