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The Outer Worlds: Review – Fremd in einer weit entfernten Galaxie

The Outer Worlds nimmt angehende Raumschiffkapitäne mit auf eine Reise an eine sehr weit entfernte Galaxie, 70 Jahre in der Zukunft nach einem Kryoschlaf.

Willkommen im spaßigen Halcyon-System

In The Outer Worlds haben die Konzerne und die Bürokratie überhand genommen. Dies bekommt der Spieler gleich von vorn herein zu spüren. Dies hat weitreichende Konsequenzen, denn im Halcyon-System sollte, wenn es nach den Konzernen geht, alles nach Recht und Ordnung ablaufen. Doch dem ist natürlich nicht so, sobald der neue Captain auf Terra 2 auftaucht.

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Das ist auch nicht alles, denn ein verrückter Professor hat den Spieler wiederbelebt, der eigentlich 70 Jahre im Kryoschlaf lag und nun mir nichts, dir nichts, auf dem Planeten landet und dabei sogleich den Captain eines Raumschiffs über den Haufen fliegt. Also gut, so wird der Spieler sogleich zum Captain von Hawthornes Schiff ernannt. Allerdings erst dann, sobald der Spieler den Leuten auf Terra 2 geholfen hat. Et voilá! Schon entsteht eine aberwitzige und dialogreiche Geschichte in der Welt von The Outer Worlds und dem Halcyon-System, am Rande der Galaxie.

Die Geschichte von Captain Hawthornes Nachfolger macht sich natürlich sehr schnell sehr breit in der ganzen Galaxie. Die Geschichte folgt dabei aber auf den Entscheidungen, die der Spieler im kompletten Spielverlauf trifft. Diese sind merklich spürbar, denn je nachdem, wie sich der Spieler entscheidet, nimmt die Geschichte einen völlig anderen Ablauf und trägt andere Konsequenzen mit sich. Dies erhöht aber gleichzeitig auch die Wiederspielrate, was einen großen Teil des Reizes an The Outer Worlds ausmacht.

The Outer Worlds: Review - Fremd in einer weit entfernten Galaxie

Entscheidungen treffen ist nicht leicht

Obsidian hat sich in die Dialoge so richtig reingehangen und das spürt man auch. Schließlich sind nicht nur alle Dialoge komplett vertont, sondern wichtige Entscheidungen tragen ernsthafte Konsequenzen nach sich. Auch dies spürt man direkt von der ersten Spielstunde an.

Die erste große Entscheidung auf Terra 2 beispielsweise hat Konsequenzen für zweierlei Parteien und ihre Anführer. Doch lässt sich auch herausknobeln, wie für die meisten Personen der bestmögliche Profit herausspringt und nur eine Einzelperson davon betroffen ist, seinen Standpunkt zu verlassen – um des Volkes Willen. Dies ist zwar kein Muss, aber immerhin eine Herausforderung für sich, den schmalen Grat zwischen Gut und Böse oder irgendwas zwischen gutem Willen und böse Mine zum guten Spiel zu zeigen. Das liegt alles ganz in der Entscheidung des Spielers und bleibt bis zur letzten Quest auch genau so bestehen.

Wie für ein Rollenspiel typisch, ist es auch in The Outer Worlds so, dass bei Hauptmissionen, Nebenmissionen, Aufgaben oder Begleiterquests viele Dinge hinterfragt werden können. So können Spieler immer selbst entscheiden, ob sie mehr Hintergründe erfahren möchten, wieso, weshalb und warum ein Charakter genau dieser Meinung ist. Spieler haben also immer die Option, herauszufinden, was gerade in diesem Moment gefragt ist, wenn sie eine Aufgabe annehmen oder vielleicht sogar ablehnen?  Konsequenzen haben sie allemal.

The Outer Worlds: Review - Fremd in einer weit entfernten Galaxie

Ein vielseitiges Kampfsystem mit Waffenmods und Unterstützung von Begleitern

Das Kampfsystem in The Outer Worlds ist Squad-basiert. Abseits des Spielbeginns, hat der Charakter Begleiter an seiner Seite. Diese unterstützen den Überlebenden bei seiner Reise und es können Befehle an sie gegeben werden. Spieler haben also die Möglichkeit zu sagen, dass sie an einen bestimmten Punkt laufen oder ein bestimmtes Ziel in Angriff nehmen sollen. Das funktioniert alles auch reibungslos und die Befehle nehmen die Begleiter ernst.

Ansonsten ist das Kampfsystem schnell erklärt, denn aus der First-Person-Perspektive kann der Spieler zwischen seinen Waffen wechseln. Diese rüstet er im Inventar samt Rüstung und Helm aus, um weniger Schaden einzustecken und kann bis zu vier Waffen aktiv tragen und während des Kampfs durchwechseln, sollte die Munition mal zu knapp werden. Von Maschinengewehren über Pistolen und Nahkampfknüppel bis hin zu Elementarwaffen und Granatenwerfern ist das Repertoire riesig. Es bietet eine spannende Abwechslung, wenn der Spieler etwas anderes ausprobieren will.

Typisch Rollenspiel ist in The Outer Worlds, dass es Level gibt. Nicht jede Waffe kann der Spieler also zu jedem Zeitpunkt tragen. Es gibt auch Waffen, die der Spieler sammelt, die auch ein oder ein paar mehr Level über einen erst ausgerüstet werden können. Somit ist der Spieler zu keinem Zeitpunkt wirklich übermächtig, abhängig vom ausgewählten Schwierigkeitsgrad.

Darüber hinaus lassen sich Waffen jederzeit an einer Werkbank upgraden. Hierzu gibt es verschiedene Modifikationen, die der Spieler einbauen kann. Entweder findet er sie bei besiegten Gegnern oder während einer Mission oder kann sie im Shop kaufen. An sich gibt es bis zu zwei Mods pro Waffe, die installierbar sind. Dementsprechend können Spieler Waffen also mit meistens Visier oder größerem Magazin oder einer Munitonsumstellung ausrüsten.

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Atmosphäre, Spielwelt, Quests und Nebenmissionen

Sobald Spieler ihr Raumschiff haben, navigieren sie hierüber von Planet zu Planet. Dies erfolgt über eine Karte, über die sie Zugriff auf die unterschiedlichsten Planeten haben. Das Raumschiff ist auch Dreh- und Angelpunkt für die Begleiter. Sie halten sich dort auf und geben dem Spieler verschiedene Aufträge oder teilen ihre Anliegen mit. Dies erfolgt allerdings auch abhängig davon, wie weit der Spieler bereits während der Hauptaufgaben gekommen ist. Das System ist jetzt nicht zwingend etwas innovatives oder neues, überzeugt aber in seiner Gesamtheit durchaus. Schließlich sind hier übersichtlich alle Aufgaben gelistet, es ist klar verständlich, wo die nächste Aufgabe hingeht und welcher Weg eingeschlagen werden sollte.

Die Planeten sind recht weitläufig aufgebaut. dies ist bereits auf Terra 2 zu spüren, wenn Spieler sich das erste Mal in die Wildnis aufmachen. Doch später sind die Spielwelten noch größer und vielfältiger. Jeder Planet hat seine eigene Flora und Fauna und auch seine eigenen Gegnertypen. Das macht das Spiel sehr abwechslungsreich.

Das Setting mit seinem Witz und Charme überzeugt auf voller Linie und macht sehr viel Spaß. Das zeigt sich nicht nur an den Aussagen des Professors, sondern auch zwischen durch in den Dialogen. Auch wenn die Konzerne im Halcyon-System das Sagen haben, so ist es spürbar, wohin die Reise noch gehen soll und was die Aufgabe des Spielers in dem gesamten Universum ist. 

The Outer Worlds: Review - Fremd in einer weit entfernten Galaxie

Fazit zu The Outer Worlds

The Outer Worlds bringt die Story auf den Punkt. Außerdem überzeugt das Spiel vollkommen mit seinem Sinn für Entscheidungen und ihren Konsequenzen. Diese sind deutlich spürbar und haben auch tatsächliche Auswirkungen auf den kompletten Spielverlauf und ihren Ausgang. Das macht The Outer Worlds zu einem wunderbaren Beispiel, wie das System angewandt werden sollte. 

Zudem ist überzeugend, wie Dialoge, Begleiter und das komplette Rollenspielsystem in den Menüs herübergebracht werden. Das ist der entscheidende Punkt, den The Outer Worlds zu einem vollumfänglichen, spannenden und auch herausfordernden Spiel macht. The Outer Worlds überzeugt in alle seinen Komponenten, die es aus vielen Spielen zusammenschustert, um ein First-Person-Rollenspiel bestens darzustellen. 

Für mich ist The Outer Worlds eines der RPG-Highlights des Jahres und könnte größter Anwärter sein für meine Top 5 des Jahres 2019. Obsidian Entertainment hat bereits mit Pillars of Eternity II: Deadfire sehr überzeugt und legt mit diesem Rollenspiel nochmal eine Schippe obendrauf.

Getestet wurde The Outer Worlds auf PlayStation 4 mit einem Review-Key, bereitgestellt von Gärtner PR.

Artikelbild, Video, Screenshots: Private Division/Obsidian Entertainment

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Über Chris Heinen

Hey, ich bin Chris und habe Technikjournalismus/PR in Sankt Augustin erfolgreich studiert. Jetzt bin ich auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen und schreibe gemeinsam mit Lukas, Maik und Jan hier bei int.ent news und kümmere mich hier um die Organisation.

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