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Review: We. The Revolution

In We. The Revolution übernimmt der Spieler die Rolle eines Richters zur Zeit der Französischen Revolution. Dabei muss der Spieler in Gerichtsverhandlungen den Angeklagten befragen, Mengen mit Reden beeinflussen und dafür sorgen, dass nicht auch sein eigener Kopf rollt.

We. The Revolution ist bereits für den PC erhältlich.

Ein Tag im Leben des Richters

In der Rolle des Richters Fidele übernimmt der Spieler die Kontrolle über Leben und Tod vieler Angeklagter. Dabei muss der Spieler darauf achten, dass er nicht selbst zur Zielscheibe der Exekutionen wird. Um dies zu verhindern, muss der Spieler nicht nur das Recht und die Gerechtigkeit abwägen, sondern auch, welche Fraktion welche Vorstellungen von einem Rechtspruch hat. Leidet eine Partei zu lange unter dem Spieler, kann es schnell der eigene Kopf sein, der rollt.

Die Parteien bestehen aus dem gemeinen Volk, den Revolutionären und der eigenen Familie. Dabei hat die Familie selbst einen besonderen Standpunkt, da sie die anderen beiden Fraktionen mit beeinflusst. Der Gerichtsverlauf, bleibt zunächst der gleiche. Ein Angeklagter wird vor Gericht gebracht. Dabei muss der Spieler die Tatsachen über die Anklage durch einen Bericht herausfinden. Durch den Bericht kann der Spieler Fragen aufstellen. Dazu muss er lediglich die richtigen Taten den richtigen Motiven zu ordnen. So ist zum Beispiel Mord eine Anklage und Aussagen gegen die Freiheit anti-revolutionär.

Durch die Befragung ergibt sich dann ein Dialog, dem der Spieler aufmerksam folgen muss. Denn in dem Bericht muss der Spieler auf Fragen zu dem Angeklagten antworten. Sind diese zu oft falsch, schwindet der Einfluss des Richters. Nach dem Richtspruch geht es dann meist zurück nach Hause, wo entweder ein Dialog mit der Familie stattfindet oder direkt eine Aktivität gewählt werden kann, die man mit oder ohne die Familie verbringt.

Hängt der Haussegen schief

Die Familie bildet in We. The Revolution eine zentrale Instanz. Dabei repräsentieren die einzelnen Mitglieder die verschiedenen Parteien, mit denen ihr es im Gericht zu tun bekommt. Der älteste Sohn repräsentiert die Revolutionäre, der Großvater das Volk, die Mutter steht für den Ruf und der jüngste Sohn nimmt eine besondere Rolle ein. Denn der Sohn beeinflusst die gesamte Familie. Nach dem Gericht widmet sich der Spieler den Aktivitäten der Familie.

Dabei kann der Spieler nie alle zusammen positiv beeinflussen, jedoch aber negativ. Wenn der Spieler sich zum Beispiel entschließt die morgige Verhandlung vorzubereiten, bekommt der Spieler dadurch zwar einen Einflusspunkt zusätzlich, jedoch verschlechtert sich die Beziehung zu allen anderen Familienmitgliedern. Auch ein Rechtsspruch kann Auswirkungen auf die Familie haben. Sobald die Familie nämlich eine Meinung abgibt und der Spieler sich für ein anderes Urteil entscheidet, verschlechtert sich auch die Beziehung.

Die Balance zwischen allem zu finden ist nicht gerade einfach und so muss der Spieler einen Drahtseilakt bestehen zwischen Familie, Recht und Gerechtigkeit und seinem eigenen Vorteil.

Intrigen und anderer Zeitvertreib

Ab einem gewissen Punkt schaltet der Spieler die Möglichkeit frei, Einfluss auf Paris auszuüben. Durch eine Landkarte werden die einzelnen Stadtteile von Paris dargestellt und welchen davon der Spieler kontrolliert. Jeder dieser Bereiche bringt unterschiedlich viele Einflusspunkte, die zum Beispiel beim Befragen von Angeklagten benötigt werden. Der Spieler setzt seine Agenten wie Schachfiguren von einem Distrikt zum anderen und kann sie dort Einfluss ausüben lassen oder sich mit feindlichen Agenten kämpfen lassen.

Darüber hinaus kann der Spieler seinen eigenen Bezirk und Ausgangspunkt seiner Handlungen ausbauen. Durch die verschiedenen Gebäude können durch Einflusspunkte verschiedene Effekte ausgelöst werden. So könnt ihr mehr Freizeit für die Familie freischaufeln oder ihr gebt eine Sonderausgabe in Druck, die einem Gegner schadet.

Apropos Gegner. In der Hirachie steht der Spieler ziemlich weit unten zu Beginn des Spiels. Jedoch kann er sich durch Intrigen gegen andere Persönlichkeiten nach oben kämpfen. Diese Intrigen dauern an und benötigen zum Beispiel Verbündete, die der Spieler durch eine geschickte Rede gewinnen muss.

Fazit zu We. The Revolution

We. The Revolution ist ein Spiel, was vor allem strategisches Überlegen benötigt. Denn das oberste Ziel ist es nicht die mächtigste Person in Paris zu werden, sondern zu überleben. Das gestaltet sich aber als etwas schwierig, da man erstens nicht alle Fraktionen zufriedenstellen kann und zweitens oftmals gerade deswegen eine absichtlich falsche Entscheidung fällen muss. So musste ich des Öfteren Leute zum Tode verurteilen, nur damit mich das gemeine Volk nicht aufhängt. Habe ich das Volk aber zu oft unterstützt, melden sich die Revolutionäre oder sogar die Jury.

Das alles ist ein ziemlicher Balanceakt und zudem fühlt man sich gegen Ende eines Gerichts immer so, als müsse man Schulaufgaben machen. Da der Bericht ausgefüllt werden muss und dort auf die Antworten des Angeklagten eingegangen wird und ich sogar noch benotet werde für meinen Bericht, kam mir das mit einem Schultest gleich.

Der spannendste Part ist aber die Machtgewinnung durch die Stadtkarte und das Spinnen von Intrigen. Auch wenn mich das Überzeugen des einen oder anderen Verbündeten sehr genervt hat. Man kann jedoch einen Unterhändler an seiner statt schicken, was das ganze wieder einfacher macht.

We. The Revolution ist garantiert kein Spiel für Action-Freunde. Jedoch fühlt sich jeder, der Spaß an Strategie und vielleicht an Intrigen hat, gut aufgenommen.

Artikelbild & Screenshots: Klabater

Video: Youtube

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Über Maik Gasse

Hi mein Name ist Maik, zur Zeit Maschinenbau Student in Köln Als leidenschaftlicher Zocker und gelegentlicher Hobby-Schreiber verfasse ich hier auf in-ent.de zusammen mit Chris und Lukas Gaming-relevante Artikel.

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