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Review: Outward

In Outward schlüpft der Spieler in eine Fantasy-Welt, in der er als Abenteurer sein Überleben sichern und sich den Konsequenzen seiner Handlungen stellen muss. Dabei muss er nicht alleine durch die Welt von Outward streifen, sondern kann sich einen Koop-Partner an die Hand nehmen und gemeinsam entweder am heimischen Fernseher oder online miteinander spielen.

Die Blutlinie entscheidet über des Abenteurers Schicksal

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Abenteurers in einer Fantasy-Welt, die ihm das Leben vorrangig schwer machen soll. Zunächst einmal gibt es einen kurzweiligen Charakter-Editor, wo sich der Spieler mit wenig Einstellungsmöglichkeiten einen Charakter erschafft. Im Anschluss startet das Spiel damit, dass der Protagonist an einem Strand landet. Hier wird er sich über die Spielmechaniken Laufen, Interagieren, Schlagen und Schlafen bewusst, um dann in das heimische Dorf namens Cierzo zurückzukehren.

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Kaum im eigenen Bett und schon vor der Tür wartet eine Meute Menschen vor dem Leuchtturm. Doch, als ob das nicht genug ist, verlangen sie ein Geld von dem Abenteurer. Die verstorbene Großmutter hat ein schlechtes Erbe hinterlassen. Außerdem leben die Menschen von Cierzo in einer Gesellschaft, in der alles über die Blutlinie, also Erbe läuft. So ganz ist dies aber nicht alles, was Outward zu bieten hat. Nach wenigen Spielstunden muss sich der Spieler für eine Fraktion entscheiden, in der er seinen Aufgaben und Pflichten nachkommen möchte. Sehr viel mehr Story bleibt aber in den Dialogen leider nicht hängen.

Viel wichtiger jedoch ist, dass Outward das Spiel regelmäßig von alleine speichert. Der Spieler bekommt aber auch nur einen Speicherplatz. Sobald Abenteurer also ein neues Gebiet betreten haben, eine Entscheidung in einem Dialog geschlossen haben, gibt es keine Chance mehr einen älteren Spielstand zu laden. Gerade dieser Aspekt macht in der Story von Outward den meisten Reiz aus. Schließlich müssen getroffene Entscheidungen nicht immer die klügsten sein. Dies erhöht aber durchaus den Wiederspielwert. Der Spieler denkt also vielleicht auch darüber nach mal den linken oder rechten Weg zu gehen, statt geradeaus.

Überleben mit klobigen Mechaniken

Umso wichtiger sind die Survival-Elemente in dem Rollenspiel. Es gilt stets auf seine Bedürfnisse, wie Hunger, Durst, Schlaf usw. zu achten, da der Protagonist krank werden kann. Das beeinträchtigt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine Fähigkeit ordentlich zu kämpfen, sich zu regenerieren oder anderweitige Aspekte, die unvorhergesehen Probleme mit sich bringen können. Eine Infektion kann aber genau dafür sorgen, dass der Spieler sich Gefahren gegenübersieht, die selbst der hartnäckigste Gegner ausnutzen kann.

Plump fällt jedoch auf, wie der Kampf in Outward funktioniert. Denn die Steuerung im Kampf ist eher klobig und mehr schlecht als recht, als Spieler es heutzutage gewohnt sind. Ausweichrollen und Angriffe fühlen sich leicht verzögert an, was den Spielspaß am Kampf durchaus schmälert. Außerdem wäre da noch der Rucksack, den der Abenteurer jedes Mal ausziehen muss, wenn er sich mit einem Gegner anlegt. Der liegt dann fröhlich in der Gegend rum, bis ihr ihn wieder einsammelt. Da jede noch so ausgeklügelte Taktik gegen einen größeren Gegner doch in einen Gegenschlag ausartet, sieht sich der Abenteurer recht häufig und oft dem Tod gegenüber.

Doch der Tod ist in dem Rollenspiel nicht das Ende, denn andere Wanderer, Abenteurer oder treue Seelen können den Protagonisten dennoch retten und bekommen vielleicht zum Dank auch ein Care-Paket obendrauf.

Üppige Spielwelt mit viel Loot

Die Spielwelt von Outward ist üppig und groß gestaltet. Dafür laden jedoch die Landschaften weniger zum langen Verweilen ein. Von dem Rollenspiel erwartet aber auch niemand, dass es wie ein Triple-A-Titel aussieht, sondern seine Stärken in puncto Gameplay und Story findet. Dafür sollte sich der Spieler aber umso bewusster sein, dass er auf seinen Charakter gut aufpassen muss. Nicht nur bei Kämpfen oder in kleineren Dungeons lauern Gefahren. Denn auch das Wetter und die Gebiete bestimmen darüber, wie der Charakter sich weiterentwickeln kann.

Jeder Gegner lässt entsprechend Loot fallen. Diesen können Abenteurer immer gut gebrauchen, um zu craften. Crafting ist das A und O in Outward. Aus den verschiedenen Materialien bastelt sich der Spieler Waffen, Kleidung, Fallen, Lagerfeuer, Schlafsäcke, Fackeln und was das Abenteurer-Leben noch so benötigt. Dafür gibt es ein passendes Menü, das die Materialien entweder zusammenbauen oder auch zerkleinern lässt. Sollten Spieler also beispielsweise Lumpen bei sich tragen, die nichts mehr für euch sind, nutzen sie das Menü, um die Materialien in Form von Leinen zu zerteilen.

Das Crafting-System muss erstmal verstanden werden, bevor es ans Werk geht. Dennoch überzeugt Outward hier an der Stelle. Es hat vielerlei Optionen, die den Abenteurern helfen, sich passende Materialien zu basteln, Alchimie zu betreiben oder gar dekadentes Essen zu kochen.

Koop im Splitscreen wie in alten Tagen

Gleich doppelt so viel Spaß haben Spieler, wenn sie das Abenteuer in Outward zu zweit angehen. Dies funktioniert sowohl im Splitscreen an der heimischen Konsole, aber auch im Online-Koop. Der Koop verbessert durchaus das Spielprinzip, da die Gegner zum einen etwas älter aussehen, wenn sie es mit gleich zwei Abenteurern zu tun bekommen. Außerdem bietet der Koop-Modus auch die Möglichkeit sich untereinander abzusprechen, wer denn jetzt welchen Loot bekommen soll und wenn jeder seinen eigenen Rucksack dabei hat, kann entsprechend auch mehr mitgenommen werden von den Reisen. Das hat nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch gleich doppelt so viele Vorteile, wenn es um das Crafting geht.

Der Koop-Modus macht auf jeden Fall sehr viel Spaß und bietet selbst ungeübten Abenteurern ein lustiges Erlebnis. Dies liegt aber auch daran, dass man aufeinander aufpassen kann und gemeinsam überlegen kann, wie eine Nacht in der Wildnis beispielsweise gelagert werden sollte und wer die Wache übernimmt.

Fazit zu Outward

Outward kann leider nicht vollständig überzeugen. Dies kommt aber vor allem deswegen, weil das Gameplay sich sehr klobig anfühlt und der Charakter sich schwerfällig bewegen lässt. Auch, dass die Story sich nicht wirklich zeigen möchte macht das Rollenspiel nicht wirklich besser, sodass es auch hier starke Abstriche gibt.

Für Survival-Fans gibt es aber durchaus interessante Aspekte, die Outward richtig macht. Das Überleben in der Wildnis, die Gefahren schon im Keim zu ersticken, indem der Spieler auf die Bedürfnisse des Charakters achtet, macht in Outward durchaus Spaß. Auch das Crafting kann richtig angewandt viel Spaß mit sich bringen und das Überleben in der sonst eher wenig belebten Spielwelt sichern. Der Splitscreen-Koop ist auf jeden Fall ein großer Pluspunkt, den es zwar zu Zeiten der Xbox 360 oder PlayStation 3 noch häufiger gab, als es sie jetzt gibt. Das ist aber ein Punkt, der in Outward durchaus überzeugt.

Getestet wurde Outward mit einem Muster für PlayStation 4, bereitgestellt von Koch Media.

Artikelbild & Screenshots: Nine Dots Studio/Deep Silver, Videos: YouTube

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Über Chris Heinen

Hey, ich bin Chris und habe Technikjournalismus/PR in Sankt Augustin erfolgreich studiert. Jetzt bin ich auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen und schreibe gemeinsam mit Lukas, Maik und Jan hier bei int.ent news und kümmere mich hier um die Organisation.

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