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Review: Ni No Kuni II: Revenant Kingdom

König Evan tritt in die Fußstapfen von Oliver und seinem treuen Begleiter Tröpfchen. Mit Ni No Kuni II: Revenant Kingdom will Level-5 noch eine Schippe auf das von Ghibli-Filmen inspirierte Werk legen. Ob dem Studio das gelingt?

Ein Putsch, der Ni No Kuni beeinflusst

Rund 300 Jahre vor den Ereignissen in Ni No Kuni ist Evan der König von Katzbuckel. Ein Putsch von seinem Berater Maus Mausinger entreißt dem jungen König die Krone und ein mysteriöser Fremder erscheint in seiner Gegenwart, um ihm aus dem Schloss zu helfen. Der Fremde ist der Präsident in Ichi no Kuni, der Parallelwelt zu Ni No Kuni und heißt Roland und ständiger Berater von Evan. Nachdem die beiden aus dem Schloss fliehen konnten, hat sich Evan entschlossen, die Welt zu vereinen und der König aller zu werden, um eine friedliche und glückliche Welt zu schaffen.

Auf seiner Reise ist König Evan jedoch nicht alleine, denn er trifft auf neue Verbündete und böse Mächte in seinem nun aufkeimenden Land. Dem jungen König begleiten nicht nur die Luftpiraten Shanty und Zoran, sondern auch magische Wesen, Gnuffis genannt. Außerdem muss er sich seiner würdig erweisen und eine Wächterprüfung absolvieren und trifft auf seinen Wächter Remmi. Somit ist er gewappnet sich den Gefahren der Welt zu stellen und sein vereintes Königreich aufzubauen.

Kämpfe, Kampfequalizer und Gnuffis

Die Kämpfe in Ni No Kuni II: Revenant Kingdom erfolgen immer zu dritt. Dabei hat jeder Kämpfer aktiv Zugriff auf drei ausgerüstete Waffen, die er im Gefecht wechseln kann. Auch den aktiven Kämpfer können Spieler wechseln und die Kamera springt hinter die ausgewählte Person. Neben leichten und starken Angriffen gibt das Interface noch Zauber und spezielle Fertigkeiten her, die entsprechend dem Gegnertyp entweder mehr oder weniger Schaden machen. Neben dem Charakterbild tauchen auch blaue Punkte auf. Diese bekommt der jeweilige Charakter durch normale Angriffe – bei Fertigkeiten wird eine bestimmte Anzahl an Punkten verbraucht.

Normale Gegner tauchen in der Regel in einer Mehrzahl auf, die es zu besiegen gilt. Bossgegner tauchen entweder alleine oder auch in einer Gruppe auf und haben auch ein Intro zu Kampfbeginn. Darüber hinaus kann der Spieler zu jeder Zeit sehen, wie viel Leben der jeweilige Gegner noch hat. Als Belohnungen winken dem Spieler neben Beute in Form von Rohstoffen und Verbrauchsgegenständen auch Waffen und Ausrüstungen. Außerdem bekommen die Charaktere Erfahrungspunkte und können die im Kampf nicht aufgesammelte Beute außerhalb des Kampfes noch aufsammeln.

Die Kämpfe in Ni No Kuni II: Revenant Kingdom sind auf gleichem Level der Gegner recht einfach und repetitiv gestaltet. Zur Unterstützung hat der Spieler die mystischen Gnuffis, die ebenfalls Magiewerte, wie Feuer oder Wasser, Dunkelheit oder Licht usw. haben. Um einen schwierigen Gegner zu bezwingen empfiehlt es sich den Kampfequalizer im Menü sinnvoll einzusetzen. Mit dem Lauf der Zeit bekommt der Spieler auch hier Punkte zugewiesen, die er im Equalizer einsetzen kann, um seine Resistenzen, Stärken und Beuteoptionen zu verbessern – allerdings immer nur in eine Richtung. So kann der Spieler beispielsweise Punkte in Feuerresistenzen einsetzen, jedoch nicht in Wasserresistenz.

Ausbau des eigenen Königreichs

Nach den ersten Erlebnissen, neuen Verbündeten und ein wenig an Erfahrung hat Evan vor sein Königreich aufzubauen. Evan tauft sein Königreich auf den Namen Minapolis, welches er auf seinem Thron dirigiert. Die Ansicht ist abermals in der Top-Down-Perspektive. Ein Königreich lebt von seinen Staatseinnamen und so ist es wichtig, die Königskasse regelmäßig auszuwählen und die Kronen einzusammeln. Die Kronen haben nichts gemein mit der allgemein gültigen Währung in Ni No Kuni, den Gulden.

Von nun an gilt es das Königreich auszubauen, verschiedene Gebäude für Waffen, Zauber, Truppen, Einkäufe usw. zu kaufen und sie auf die vorgegebenen Bauplätze zu verteilen. Sobald ein Gebäude gebaut ist, kann Evan in den größeren Gebäuden forschen oder die anderen Gebäude und für eine Vergrößerung des Königreichs das Schloss weiterentwickeln. Dazu benötigt Evan gewisse Talente, die er im Spielverlauf bereits teilweise hat, aber auch immer wieder durch kleine Nebenaufgaben rekrutieren kann. Die Erforschung von Waffentechniken oder magischer Kunde ergänzt auch das Verhalten von Evans Gruppe im Kampf. Je weiter diese entwickelt sind, desto besser ist auch die Effizienz im Kampf selbst.

Auch die Gnuffis können effizienter eingesetzt werden, wozu beispielsweise Tante Martha eine geeignete Verbündete ist. Sie ist ein Beispiel dafür, wie die Rekrutierung von neuen Talenten funktioniert. Zunächst baut Evan das Gebäude auf und möchte diese mit einem Talent besetzen. Evan geht also zu Tante Martha und möchte sie rekrutieren. Zuvor jedoch möchte sie von Evan, dass sie einen Auftrag erledigt. Sobald dieser erfolgreich absolviert ist, kann Evan sie für sich gewinnen und sie kommt mit nach Minapolis. In Minapolis kann Evan sie der Weiterentwicklung von Gnuffis einsetzen und dem Gebäude zuweisen.

Der Modus bringt einige Zeit mit sich, macht aber nicht umso weniger Spaß. Auch wenn die zugewiesenen Gebäudeplätze festgelegt sind, gibt es immer wieder die Möglichkeit sein Königreich den Bedürfnissen anzupassen und zu entwickeln.

Open World und Zaubertricks

In der offenen Spielwelt bewegen sich die drei aktiven Charaktere in einer Art Chibi-Version von sich selbst. Um von Ort zu Ort zu gelangen können Spieler aber auch die Schnellreise benutzen, nachdem sie den blau markierten Kreis in dem jeweiligen Gebiet betreten haben. Auf der Karte gibt es allerlei Gegenstände einzusammeln und Monster laufen ebenfalls frei herum, die zum Kampf einladen. Außerdem untermalt der melodische Soundtrack die atmosphärischen und malerischen Designs im Spiel. Ohrwurm des Main Themes garantiert!

In den Gebieten selbst kann König Evan ebenfalls Monstergruppen antreffen, um aber an einigen Stellen weiterzukommen oder seltene Beute einzusammeln, benötigt er bestimmte Zauber. Ein Beispiel dafür ist „Wie der Wind sich hebt“- eine Anspielung auf den gleichnamigen Ghibli-Film ist dabei nicht ausgeschlossen. Diesen Zauber lernt Evan früh im Spielverlauf und er kann damit grüne Pflanzen zu Propellerpflanzen an bestimmten Stellen erblühen lassen. Dies hat den Vorteil, dass er beim Betreten an höher gelegene Ebenen gelangen kann. Solche und auch andere Zauber geben der Truppe immer wieder die Möglichkeit an Gebiete zu gelingen, die ohne sie nicht möglich sind und eine schöne Ergänzung im Level Design.

Der Schlachten-Modus

Der Schlacht-Modus von Ni no Kuni II erlaubt es Evan als Anführer in die Mitte seiner Armee zu setzten. Von dort aus laufen Evan und seine Truppen, die sich in einem Viereck um ihn versammeln, über das Schlachtfeld. Die Truppen sind mit einem Schere-Stein-Papier-System geordnet, wobei Grün Blau schlägt, Rot Grün und Gelb als einzige Truppenfarbe unabhängig von diesem System ist.

Um die Truppen möglichst effizient gegen die Gegner zu nutzen, kann der Spieler diese um Evan nach links oder rechts herum rotieren. Aber vorher sollte der Spieler sich die taktische Karte und Aufstellung der Feinde ansehen, da diese schon vorher feststehen. Die Position läuft somit nicht in Gefahr bei der Rotation eine ganze Truppe zu verlieren. Neben Truppen können noch Spezial-Fähigkeiten der Truppen benutzt werden. Diese sind zum Beispiel ein Bombardement oder einen Turm zu errichten. Diese Spezial-Fähigkeiten verbrauchen aber Geldmittel vom Katzen-König, welche unter anderem notwendig sind, um die Truppen zu heilen.

So ganz mitgerissen hat der Schlachten-Modus mich nicht. Denn das Schlachtfeld ist wieder nur die normale Karte, indem Evan als Chibi-Version der Charaktere rumläuft. Außerdem sind jeweils immer nur vier Truppen im Einsatz. Auch Taktisch ist bis auf die Aufstellung nicht viel zu holen, da Evan zwischendurch neue Gebäude errichten kann, um die Kasse wieder aufzufüllen. Wo ich mir einen Modus à la Total War mit strategischem Elementen gewünscht hätte, bekommt man nur wirres Draufgekloppe und Truppenkarusell. An und für sich macht der Schlacht-Modus Spaß. Es nervt aber, dass im Spielverlauf der Zwang dahinter ist ihn auszuüben.

Fazit zu Ni No Kuni II: Revenant Kingdom

Ni No Kuni II: Revenant Kingdom überzeugt dank der Liebe zum Charakterdetail und den atmosphärischen Klängen sowie den malerischen Landschaften. Die Storyline ist fesselnd und nachvollziehbar aufgebaut, sodass jeder auch ohne Vorkenntnisse des ersten Teils in das Sequel einsteigen kann. Gerade die offene Spielwelt und das Level Design der einzelnen schlauchartigen Gebiete machen das Rollenspiel zum Hingucker und motivieren auch mehrmals an einem Ort vorbeizugehen. Der Aufbau-Modus für das eigene Königreich hat zwar keine Tiefe wie vollwertige Aufbausimulationen, ist aber sinnvoll in das Spiel eingebettet und fühlt sich flüssig und passend zum Spielgeschehen an.

Leider überzeugt der Schlacht-Modus nicht so wirklich und es fehlt an taktischer Tiefe. Außerdem sind die Kämpfe und Gegnertypen auf Dauer ziemlich monoton und einsilbig, sodass der Spaßfaktor hierdurch sinkt. Gerade, weil es darum geht auch häufiger mal seine Charaktere zu leveln und entsprechend zu grinden, kann das JRPG hier nicht punkten und sorgt für wenig Abwechslung. Spannender jedoch gestaltet sind die Bosskämpfe und die Möglichkeiten im Kampf selbst, um der Monotonie entgegen zu wirken.

Ni No Kuni II: Revenant Kingdom ist seit dem 24. März 2018 für PlayStation 4 und PC erhältlich. Getestet haben wir Ni No Kuni II: Revenant Kingdom mit einem PlayStation 4-Muster von Bandai Namco.

Wertung zu Ni No Kuni II: Revenant Kingdom

Fesselnde Storyline - 100%
Tolle und individuelle Charaktere - 100%
Hoher akkustischer und optischer Detailgrad mit Ohrwurmgarantie - 90%
Spaßiger "Baue dein Königreich auf"-Modus - 85%
Wenig taktische Tiefe und keine Herausforderung im "Schlachten"-Modus - 55%
Monotone Kämpfe, aber abwechslungsreiche Möglichkeiten zu kämpfen - 75%

84%

Hervorragend

Ni No Kuni II: Revenant Kingdom überzeugt dank der Liebe zum Charakterdetail und den atmosphärischen Klängen sowie den malerischen Landschaften. Die Storyline ist fesselnd und nachvollziehbar aufgebaut, sodass jeder auch ohne Vorkenntnisse des ersten Teils in das Sequel einsteigen kann. Gerade die offene Spielwelt und das Level Design der einzelnen schlauchartigen Gebiete machen das Rollenspiel zum Hingucker und motivieren auch mehrmals an einem Ort vorbeizugehen. Der Aufbau-Modus für das eigene Königreich hat zwar keine Tiefe wie andere Aufbausimulationen, ist aber sinnvoll in das Spiel eingebettet und fühlt sich flüssig und passend zum Spielgeschehen an.

Über Chris Heinen

Hey, ich bin Chris und studiere derzeit Technikjournalismus/PR in Sankt Augustin. Interessiert bin ich an journalistischen Themen schon seitdem ich redaktionelle Erfahrungen sammeln konnte in der Games-Branche. Mit Games-relevanten Themen schreibe ich gemeinsam mit Lukas auf int.ent news.

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