little nightmares logo cover int.ent news

Review: Little Nightmares

Mit Little Nightmares von Tarsier kommt für Bandai Namco ein eher ungewöhnliches Jump n‘ Run-Puzzlespiel in das Spielerepertoire. Tarsier hingegen ist kein unbekannter Entwickler auf dem Gebiet, denn die PlayStation 4-Spiele Little Big Planet 1 – 3 sowie Tearaway Unfolded sind Teil der Spieleauswahl des schwedischen Entwicklers. Mit Sprungeinlagen und Schleicherei zeigt sich das kurze Puzzle-Adventure mit viel Liebe zum Detail. Kann es aber auch im Test überzeugen?

Little Nightmares ist ein Spiel aus verschiedenen Stilrichtungen, denn es gibt sowohl Puzzle und Rätsel zu lösen, aber vor allem auch Jump ’n Run und Schleicheinlagen. Mit horrorlastigen Elementen sorgt das Spiel für eine Atmosphäre, die vor allem für abendliche oder nächtliche Stimmung  im Dunkeln geeignet ist. Das wohl eher kleine Spiel bietet aber mehr als es auf dem ersten Blick scheint, denn mit der Protagonistin Six gibt es durch ihre reine Präsenz und den Albtraum, den sie im Schlund erlebt, viel zu erzählen.

Six kann hüpfen, klettern und laufen

An einem düsteren Ort erwacht ein kleines Mädchen namens Six in gelbem Regenmantel. Alles, was es dabei hat, ist ein Feuerzeug. Sie befindet sich am Schlund, was ein Schiff darstellt, welches nicht nur düster und gruselig erscheint, sondern auch tödlich für Six enden kann. Ihre Aufgabe ist es entsprechend von diesem Ort zu fliehen und einen Ausweg zwischen Rätseln, Puzzlen, seltsamen Kreaturen und Höhen und Tiefen zu finden. Six ist dabei auch nicht sonderlich groß. Sie ist lediglich 30 Zentimeter groß. Entsprechend wirkt der Ort umso beeinträchtigender für sie, da bereits Stühle oder Bettkanten zu Sprungaktionen führen.

Zwischen ihren Jump ’n Run-Einlagen hat Six auch gerne mal Hunger. So liegt es am Spieler schnell genug an nahrhaftes Essen zu gelangen, was teilweise in eine Delikatesse, wie etwa eine Ratte oder ein Stück übriggebliebenes Fleisch aus der Kantine enden kann. Das Feuerzeug wird teilweise auch genutzt, um dunkle Ecken aufzuhellen.

Von links nach rechts und wieder zurück

Insgesamt bietet Little Nightmares fünf Kapitel an, die in rund einer Stunde pro Kapitel zu lösen sind. Im Großen und Ganzen klettert, springt und läuft Six dabei von links nach rechts und hin und wieder auch in die Tiefe des Bildschirms.

Little Nightmares ist vollgepackt mit Puzzlen und Rätseln, die die Physik nutzen, um ans Ziel zu kommen. Ein Beispiel dazu ist, dass Six sich ein schwingendes Seil zunutze machen muss. Dieses nutzt sie, um hin und herzuschwingen und daraufhin auf der nächsthöheren Plattform zu landen. Oftmals passiert es aber auch, dass Six abstürzt oder gefangen genommen wird, wenn der Spieler unachtsam ist. Dies liegt teilweise aber auch an der Kameraperspektive, denn einige Male ist es nicht einsehbar, ob Six nun auch gerade an die Plattform oder an ein Seil springt oder doch daneben. Gerade, wenn der Spieler etwas weiter vom Bildschirm oder Fernseher entfernt sitzt, sind nicht alle Ziele immer richtig sichtbar. Dafür hilft aber häufig das Feuerzeug, um entsprechend mehr sehen zu können.

Es kommt jedoch nicht selten vor, dass Six mal stirbt. Da die Kreaturen an Bord gerne kleine Mädchen entführen, ist sie natürlich ebenfalls ein beliebtes Ziel derer. So ist es im Spielverlauf häufiger der Fall, dass man gekidnappt wird oder einfach durch einen hohen Fall stirbt. Daraufhin folgt zumeist eine recht lange und gefühlt atemlose Pause bedingt durch die recht lange Ladezeit. Außerdem sind die Spawnpunkte, die durch die Checkpoints gesetzt wurden, auch nicht immer direkt hinter einem, sondern erfordern lange Laufwege.

Gruselige Atmosphäre mit ganz viel Tiefe

Das Puzzle-Adventure bietet vor allem eine atmosphärische Tiefe, die durch optische und akkustische Reize geprägt sind. Es empfiehlt sich also Little Nightmares ruhig im Dunkeln zu spielen, um die düstere Atmosphäre aufzunehmen und sich von dem Spiel einfangen zu lassen. Die Atmosphäre während des Spielens ist häufig etwas angespannt. Sie beginnt erst Fahrt aufzunehmen, wenn es wirklich darum geht nicht geschnappt zu werden. So kriecht und schleicht sich Six zwischen den Stühlen und Tischen her, um an einen Schlüssel zu gelangen. Andererseits wird sie durch Geräusche von einer der Kreaturen verfolgt und der Spieler versucht panisch noch zu entkommen durch die Schächte oder Ecken des Schlundes.

Optisch ist Little Nightmares durchaus auf dem Pfad der Zeit, denn es wurde an Schatten- und Leuchteffekte gedacht, die sehr sinnvoll beispielsweise zum angezündeten Feuerzeug gesetzt sind. Beispielsweise auch die Muster und Maserung des Holzbodens ist sehr detailliert dargestellt und gibt dem Spiel einen guten Grad an Realismus vor.

Schlau gelöst sind vor allem akkustisch die musikalischen Effekte, wenn sich beispielsweise einer der Köche in der Küche nähern. Je näher sie kommen, desto schneller und auch aggressiver wird die Musik und geben dem Spieler Herzrasen vor. Ansonsten ist die Musik eher erschwinglich. Manchmal gibt es auch gar keine Musikpassagen, sondern bleibt einfach still und ruhig, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Fazit zu Little Nightmares

Das Puzzle-Adventure überzeugt im Großen und Ganzen sehr, wenn es um die Detailverliebtheit und die Atmosphäre geht. Durch das Horror-Szenario ist entsprechend auch der Fokus auf die Atmosphäre gesetzt und das hat Tarsier Studios durchaus herübergebracht. Durch die Spielphysik lassen sich viele Rätsel und Puzzle geschickt lösen, die der Spieler zuvor nicht zwingend auf der Platte hatte. Entsprechend muss der Spieler manchmal um die Ecke denken, um in den nächsten Raum zu gelangen. Genau das sind auch die Punkte, die Little Nightmares seinen Charme und auch seinen Spielspaß geben.

Das größte Manko an Little Nightmares sind die Ladezeiten und auch die teils unpraktisch weit zurückliegenden Checkpoints, sodass der Spieler sehr weit laufen muss, um an den Ausgangspunkt zu gelangen, wo er gestorben ist. Gerade bei letzterem Punkt kam es häufig vor, dass sich einige Passagen oder Räume ins Endlose zogen, weil man immer wieder sterben kann. Dennoch ist Little Nightmares von positivem geprägt und lässt die negativen Bausteine lediglich zwischendurch den Frust über.

Little Nightmares erschien am 28. April 2017 für PC, Xbox One und PlayStation 4. Die Review basiert auf der PS4-Version des Spiels.

Artikelbild: Tarsier Studios/Bandai Namco

Fazit zu Little Nightmares

Atmosphäre und Geräuschkulisse - 100%
Flüssige Spielmechanik - 95%
Teils lange Ladezeiten - 50%
Checkpoints teils sehr weit zurück - 50%
Storytelling durch Charakterpräsenz - 90%
Grafisch sehr ansprechend und passend - 90%

79%

Überzeugend

Das Puzzle-Adventure überzeugt im Großen und Ganzen sehr, wenn es um die Detailverliebtheit und die Atmosphäre geht. Durch das Horror-Szenario ist entsprechend auch der Fokus auf die Atmosphäre gesetzt und das hat Tarsier Studios durchaus herübergebracht. Durch die Spielphysik lassen sich viele Rätsel und Puzzle geschickt lösen, die der Spieler zuvor nicht zwingend auf der Platte hatte. Entsprechend muss der Spieler manchmal um die Ecke denken, um in den nächsten Raum zu gelangen. Genau das sind auch die Punkte, die Little Nightmares seinen Charme und auch seinen Spielspaß geben.

  • Hat dir der Artikel gefallen?
  • Ja   Nein
Teile den InhaltShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on TumblrShare on RedditDigg thisShare on LinkedIn

Über Chris Heinen

Hey, ich bin Chris und studiere derzeit Technikjournalismus/PR in Sankt Augustin. Interessiert bin ich an journalistischen Themen schon seitdem ich redaktionelle Erfahrungen sammeln konnte in der Games-Branche. Mit Games-relevanten Themen schreibe ich gemeinsam mit Lukas auf int.ent news.

Kommentar verfassen